58. Jahrestagung des AKSL „Erbschaften und Stiftungen bei den Siebenbürger Sachsen von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart“ vom 11. bis 13. September 2026 in Bad Kissingen

Für den 11. bis 13. September 2026 lädt der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e. V. Heidelberg ge­meinsam mit der Akademie Mitteleuropa e.V. zu seiner 58. Jahrestagung auf den Heiligenhof nach Bad Kissingen ein. Unter dem Titel „Erbschaften und Stiftungen bei den Siebenbürger Sachsen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart“ wollen wir ein Thema aufgreifen, das unsere Arbeit heute in existenzieller Weise betrifft und das auf reichhaltiger Erfahrung aufbauen kann.

Angeregt durch die Rolle jener Stiftungen, die das kulturel­le Leben der Siebenbürger Sachsen in der Gegenwart so­wohl in Deutschland und Österreich als auch in Siebenbür­gen zu bedeutenden Teilen prägen, soll diese Entwicklung historisch kontextualisiert und in ihrer perspektivischen Relevanz diskutiert werden. In der Vormoderne Sieben­bürgens waren es vor allem Stiftungen wohlhabender Bür­ger, die ab der Frühen Neuzeit eine ausdifferenzierte Bil­dungslandschaft überhaupt erst ermöglicht haben, etwa durch Stipendien für mittellose, aber begabte Schüler und Studenten, für einzelne Bildungs- und Sozialeinrich­tungen wie Waisenhäuser oder Kindergärten oder für die Ausstattung von Gymnasien. Besondere Erbfälle wie jene des Comes Albert Huet oder des Gouverneurs Samuel von Brukenthal haben die Grundlage für Kultur- und Wissen­schaftsstätten gelegt, die nicht nur das kulturelle Leben der Siebenbürger Sachsen, sondern heute selbst jenes Rumäniens prägen. Schließlich mündete selbst das Erbe der jahrhundertealten Selbstverwaltung, der Sächsischen Nationsuniversität, nach deren Auflösung als Gebietskör­perschaft 1876 in einer Stiftung, die bis zur ihrer Auflösung 1937 der Bildungsförderung diente.

Schon diese wenigen Hinweise zeigen, dass Erbschafts­fragen und Stiftungen eine grundlegende Bedeutung so­wohl für die historische Entwicklung der gesamten Gruppe wie auch für deren heutige Existenz haben und dass sie gleichzeitig auch auf die benachbarten Sprachgruppen ausgestrahlt haben. Dabei sollen im Rahmen der Tagung sowohl Privatpersonen und Gruppen als auch Institutio­nen wie die Kirche oder Körperschaften des öffentlichen Rechts beleuchtet werden. In einer Podiumsdiskussion wollen wir uns abschließend der Frage stellen, wie sich Vererben, Stiften und die Stiftungsförderung auf unsere aktuelle und künftige landeskundlich-wissenschaftliche Praxis niederschlägt.

Für die Förderung der Tagung konnten das Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen, München, und die Stiftung Sieben­bürgische Bibliothek, Gundelsheim/N. gewonnen werden, ergänzende Eigenmittel kommen vom Arbeitskreis für Sie­benbürgische Landeskunde.

Ich hoffe, Sie im September recht zahlreich in Bad Kissingen begrüßen zu können.

Dr. Harald Roth, Vorsitzender

Organisatorische Hinweise

Veranstalter: Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e. V. Heidelberg (AKSL) in Zusammenarbeit mit der Akademie Mitteleuropa, gefördert vom Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen in Bayern mit Mitteln des Bayerischen Ministeriums für Familie, Arbeit und Soziales sowie der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek
Tagungsort und Unterkunft: Der Heiligenhof, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen
Reservierung der Unterkunft: Bitte reservieren Sie Ihre Unterkunft beim Heiligenhof selbst mit Hinweis auf die Veranstaltung unter info@heiligenhof.de oder Tel. (0971) 7147-0. Der Tagungsbeitrag beläuft sich für zwei Übernachtungen mit Vollverpflegung inkl. Kurtaxe im Doppelzimmer auf € 94, im Einzelzimmer auf € 114.
Schriftliche Anmeldung zur Tagung an: info@siebenbuergen-institut.de oder Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e. V., Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim/Neckar

Programm

Freitag, 11. September 2026
Ab 15 Uhr Anreise und Einchecken
18.00 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Begrüßung und Einführung in das Seminarthema durch Harald Roth (Potsdam) und Gustav Binder (Bad Kissingen)
20.00 Uhr Filmreihe „Auf Brukenthals Spuren“ von Florin Besoiu, Präsentation durch Thomas Șindilariu (Kronstadt)

Samstag, 12. September 2026
08.00 Uhr Frühstück
09.00 Uhr Dr. Dr. Gerald Volkmer (Oldenburg): Impulsvortrag
10.00 Uhr Dr. Julia Derzsi (Hermannstadt): Der Erbfall des Sachsengrafen Albert Huet (1537-1607) und seine Folgen
11.00 Uhr Präsentation: Private und kirchliche Stiftungen in kronstadt
12.00 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Dr. Ingrid Schiel (Gundelsheim/Neckar): Bildungsstiftungen siebenbürgisch-sächsischer Frauen
15.00 Uhr Kaffee
15.30 Uhr Dr. Harald Roth (Potsdam): Die Stiftung „Sächsische Nationsuniversität“
16.30 Uhr Thomas Șindilariu (Kronstadt): Die Stiftungen des Barons von Brukenthal und ihr Nachwirken
18.00 Uhr Abendessen

Sonntag, 13. September 2026
08.00 Uhr Frühstück, anschl. Auschecken
09.30 Uhr N.N.: Restitutionsverfahren in Rumänien nach 1989 zugunsten siebenbürgisch-sächsischer Organisationen und der Evang. Kirche A. B. in Rumänien
10.30 Uhr Podiumsdiskussion: Siebenbürgisch-sächsische Stiftungen und ihre Aufgaben: Stiften und Vererben in der aktuellen Praxis. Teilnehmer: Helmuth Hensel (München; Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung); Michael-Schmidt-Stiftung (angefragt); Nils H. Măzgăreanu (Dormitz; Stiftung Siebenbürgische Bibliothek). Moderation Dr. Stefan Măzgăreanu (Olching)
11.30 Uhr Abschlussrunde
12.00 Uhr Mittagessen, anschl. Abreise

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