1759, Juli 9

1759, Juli 9: Dankschreiben Brukenthals an Maria Theresia anlässlich seiner Ernennung zum Deputierten; dabei bringt er einige Anliegen der Sächsischen Nation vor.

 

Orig. im Archiv der Siebenbürgischen Hofkanzlei im Ungarischen Landesarchiv Budapest Z. 312/1759 (Notiz des Kopisten am Ende des Dokuments) oder Z. 245/1759 (Angabe Schullers in der Biographie, 1. Bd., S. 80, Anm. 214)
Bezug: Biographie, 1. Bd. S. 80

[Notizen des Kopisten am Anfang des Dokuments:]

Brukenthal‘s Dankschreiben für die Ernennung zum Deputierten.
(ohne Datum) praes. in S. Kanzlei 9/VII 1759

[Notizen des Kopisten am Ende des Dokuments:]
eigenhändig [Hinter der Unterschrift von Brukenthal]

Orig. Hof K. Bdpest Z. 312/759
Vgl. auch die Copie unter d. Abschr. Rosenfels in dessen gr. Urk. d. Nr 8/1743-1851
Dort auch die Abschrift der and. Eingaben

[S. 1]

Allerdurchlauchtigste, Großmächtigste Kayserlich Königliche Majestät

Allergnadigste Landesfürstin und Ewer Ewer.

Ewer Kayserlich Königlich Apostolischen Majestät unterstehet sich die Sächsische Nation in Siebenbürgen, welche sich niemahls von ihrem ersten Ursprung der Deutschen Treue entfernt hat, die allerunterthänigste Danksagung abzustatten, daß Allerhöchst Dieselben Allergnädigst geruhet haben, zu enlauben, daß sie ihr unterthänigstes Anliegen vor Ewer Kayserlich Königlich Apostolischen Majestät geheiligten Thron bringen darff. Wenn diese Ewer. Kayserlich Königlichen Majestät und dero glorwürdigsten Erzhauß von jeher treue Nation die vielfache Gnaden und Mütterliche Milde mit demuthigster Ehrfurcht erweget, welche Ewer Kayserlich Königliche Majestät von dem gesegneten Anfang dero Ruhmwürdigsten Regierung unabgesezet auf sie herabfließen laßen, und dabey den Umfang derjenigen Pflichten betrachtet, welche wahren Unterthanen obliegen, und welche noch durch die Allerunterthänigste Dienstbahrkeit in ihr erhöhet und belebet worden, so wünschet sie von den stärksten Neigungen der vollkommensten Treue durchdrungen, daß ihre Kräfften es zulaßen könnten, einen großen Teil derjenigen Unkosten über sich zu nehmen, welche die Schwere und die Notwendigkeit des gegenwärtigen Krieges erfordern; Ohnerachtet aber diese ihre Kräfften von einer langen Folge vieler Widerwärtigkeiten geschwächet, ihren unterthänigsten Wünschen nicht gleich kommen, so kan sie dennoch ihren brennanden Eiffer sich Ewer Kayerlich Königlichen Majestät Dienste zu ergeben, nicht widerstehen, noch den Trieb hemmen, der sie anfeuert, Ewer Majestät das, was sie hat, wenn es gleich gering ist, zum Beweiß ihrer unterthänigsten Treue zu widmen.

Von diesen Regung dannenher belebet unterstehen sich nicht allein der Sächsischen Nation Beamte und Magistrats Glieder, vor sich allein, u. ohne Innbegriff eines andern Ewer Kayserlich Königlichen Majestät m/20 Rhein. Gulden als ein allerunterthänigstes Geschenk allertreuest dazubringen, sondern es wird auch die Nation überhaupt allen ihren Krafften (!) aufbiethen, und Ewer Kayserlich [S. 2] Königliche Majestät nicht allein das wenige, was ihr mehrentheils erschöpffte Fundus Domesticus verstattet, allerunterthänigst überlieffern, sondern auch teils durch eigenen wiewohl geringen Vorschuß, theils aber der Allergnädigsten Erlaubniß gemäß durch aufgenommenes Geld Ewer Kayserlich Königlichen Majestät Allerhöchste Befehle in Ansehung des Darlehens zu erfüllen, und dadurch das Ziel ihrer Wünsche Ewer Kayserlich Königlichen Majestät Milde nicht unwürdig zu scheinen zu erreichen trachten.

Außer diesem hat die Sächsische Nation noch andere unterthanigste Anliegen, welche sie sich erkühnen wird, durch den ordentlichen Weeg, der ihr Ewer Majestät Allergnädigst vorzuschreiben geruhet haben, vor diesen geheiligten Thron zu bringen und auszuschütten, in der allerunterthänigsten Zuversicht, daß da alles warum sie flehet, so wohl die Beförderung Ewer Majestät Allerhöchsten Dienstes als die Erhaltung dieser Nation, welche mit jenem so wesentlich verbunden ist, daß eins ohne das andere nicht bestehen kann, den Grund hat, es werden Ewer Kayserlich Königliche Majestät Allergnädigst geruhen, sie durch Gewehrung ihres Flehens Allermildest aufzurichten und zu erquicken. In diesem Allerunterthänigsten Vertrauen erkühne ich mich insbesondere Ewer Kayserlich Königlich Apostolischen Majestät Allerhöchste und Mütterliche Milde anzuflehen, der ich in tiefster Unterthänigkeit und aller vollkommensten Gehorsam bin zu erstreben

Ewer Kayserlich Königlichen Majestät

allerunterthänigster

Samuel von Brukenthal


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Empfohlene Zitierweise:

Quellen zur Geschichte Samuels von Brukenthal. Aus dem Nachlass von Georg Adolf Schuller, hg. von Konrad Gündisch und Jonas Schwiertz, 2022.
URL:  https://siebenbuergen-institut.de/1759-7-9-1 (Stand: 14. Februar 2022).

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