[1779, März 17]

[1779, März 17, Mediasch]: Michael Conrad v. Heydendorff berichtet Brukenthal über den Fund eines altchristlichen Anhängers bei Birthälm und eines römischen Grabsteins bei Bogeschdorf.

 

Konzept im Heydendorffschen Familienarchiv, hier auszugsweise abgeschrieben.
Datierung aufgrund des Antwortschreibens Brukenthals vom 23. März, vgl. Dokument 1779-03-17.
Bezug: Biographie, 2. Bd., S. 291.
Druck: Friedr[ich] Wilhelm Seraphin: Aus den Briefen der Familie v. Heydendorff (1737-1853). In: Archiv des Vereins für siebenbürgische Landeskunde 25 (1894), 1, Nr. 113, S. 147-149.

 [Notiz des Kopisten am Anfang des Dokuments:] Michael v. Heydendorff an Baron Samuel v. Brukenthal. Wahrscheinlich vom 17 März 1779.

[Notiz des Kopisten am Ende des Dokuments:] Concept im v. Heydendorffschen Familienarchiv.

 

… Ich unterfange mich anbey Euer Excellenz das Überbleibsel eines kleinen Stückes aus dem Alterthum hiemit unterthänigst zu überschicken, welches vor 4 Jahren auf Birthälmer Hattert, etwa eine Stunde vom Markt, in einem tiefen wilden an das Faetendorffer[1] Praedium gränzende Thal, unter dem Stamm einer umgefallenen alten Eiche, nahe bey einer frischen Quelle gefunden worden. Es waren noch kleine Überbleibsel einer Kanne und einer Schüßel von gleichem Ertze dabey, aber so verdorben, daß sie verdienten (!) aufbehalten zu werden. Vielleicht werden E. E. dieses kleine Stück, an dem zwar keine Chronologie ist, nur deswegen werth achten, in E. E. Samlung beybehalten zu werden, weil aus dem griechischen Monegrammate, welches die griechischen Kayser in ihren Fahnen zu führen pflegten, zu sehen, daß der Zenovius, der das Gelübde gethan, vielleicht ein griechischer Christ gewesen u. dennoch die römische Sprache u. Buchstaben gebrauchet [zwei Zeilen ausgelassen, vgl. Seraphin, S. 148] fall aus man etwas einen Schluß auf das vorzügliche [S. 2] Alterthum der griechischen Kirche in Siebenbürgen mache u. sehen könnte,  daß diese Lehre hier schon zu der Zeith angenommen worden, da die römischen Colonien sich noch der reinen Lateinischen Sprache und Arth zu schreiben u. noch nicht aber der Slavischen bedient. Man könnte hieraus auch vermuthen, daß zu diesen Zeithen auch diese Gegenden unsers Vaterlandes von den römischen Colonen schon bevölkert gewesen. Es befindet sich auch noch eine ohnweith Bogáts neben der Landstraße gefundene römische Grabschrift dieses Inhalts bei mir. D. M. Quinta Quinti vix. ann. XL. Quintus Quinti viz. an. XXX posuerunt. Es ist aber der Stein etwa 2 Centner wiegend so gegraben worden von geringer Arth u. darzu auf 3 Theile zerbrochen. Deswegen getraute ich mich nicht, E. E. denselben zugleich mit zuschicken. Ich bin aber bereith, denselben auf E. E.  – –

 


[1] Bei Seraphin, S. 148: Fettendorf.

 


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Empfohlene Zitierweise:

Quellen zur Geschichte Samuels von Brukenthal. Aus dem Nachlass von Georg Adolf Schuller, hg. von Konrad Gündisch und Jonas Schwiertz, 2022.
URL:  https://siebenbuergen-institut.de/1779-3-17-1 (Stand: 10. März 2022).

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