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Willkommen beim Siebenbürgen-Institut an der Universität Heidelberg!

03/12 2018

Schließung von Archiv- und Periodikabeständen bis voraussichtlich Ende April 2019

Aufgrund des Umbaus sind die Periodikabestände der Bibliothek und das Pertinenzarchiv (thematische Archivsammlung, darunter Genealogie) bis voraussichtlich Ende April 2019 vollständig gesperrt. Weiterhin zugänglich bleibt das Foto- und Nachlassarchiv sowie die Bibliothek.

04/12 2018

Schloss Horneck – der Sachstand im Herbst 2018

Inzwischen hat der Umbau zum Kultur- und Begegnungszentrum begonnen. Die Sanierung des Pförtnerhäuschens, das im Sanierungsgebiet der Stadt liegt und daher von der Städtischen Entwicklungsgesellschaft (STEG) gefördert wird, ist abgeschlossen. Bereits zum Dezember zieht ein Mieter ein. Im Schloss sind vor Beginn der Heizsaison alle Vorbereitungen getroffen worden, um die Energie von Öl auf Gas umzustellen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Öl vom Träger des Pflegestifts „Dienste für Menschen“ bezogen. Hinter dem Schloss wurde dafür mit Baggern der Boden aufgegraben, um den Gasanschluss und weitere Leitungen von der Straße her zu verlegen. Im Heizungskeller wurde ein Gasbrenner verbaut. Im Schloss ist im zweiten Stock das erste Musterzimmer für Gäste fertiggestellt worden. Dabei handelt es sich um die Grundsanierung eines ehemaligen Bewohnerzimmers des Altenheims. Die Außentür wurde gerichtet und erhielt einen neuen Beschlag, der mit einem zentralen Schließsystem kompatibel sein wird. Ein Windfang aus Glaselementen wurde aus Wärme- und Schallschutzgründen eingezogen, eine hochwertige Nasszelle eingebaut, die Wände und der Stuckplafond denkmalgerecht saniert sowie der Parkettboden abgezogen und versiegelt. Zurzeit arbeiten die Elektriker im gesamten Schloss, damit die nachfolgenden Gewerke gefahrlos ausgeführt werden können. Anfang November fand ein Treffen mit Vertretern der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und dem Vertreter des Staatlichen Hochbauamtes Schwäbisch-Hall statt, die sich vom Baufortschritt und der Zusammenarbeit von Bund, Land (Denkmalförderprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württembergs) und Kommune überzeugten. Letztere ist eine Voraussetzung für die Bundesförderung. Wenige Zeit später teilte die zuständige Berichterstatterin im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages mit, dass die bereits in der letzten Wahlperiode veranschlagte Fördersumme von 1,9 Millionen Euro für Schloss Horneck um zusätzliche 880.000 Euro aufgestockt wurde.

Allen an dem Projekt Beteiligten fiel ein übergroßer Stein vom Herzen und machte einem Gefühl tiefer Dankbarkeit Platz. Ein mittelalterliches Schloss ist kein Neubau. Hinter jeder Mauer lauert eine Überraschung, in der Regel keine angenehme. Ursprünglich ging man davon aus, dass die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärleitungen in Ordnung sind. Bei näherem Hin- sehen erklärten die Fachgutachter, dass sie rundum erneuert werden müssen. Das kostet Unsummen, die ursprünglich nicht vorgesehen waren. Das Verständnis, das von allen Seiten für diese Situation gezeigt worden ist und wird, ist enorm! Im zukünftigen Zugang zu Institut und Bibliothek mit Achiv ist die abgehängte Decke vollständig geöffnet worden, um an alle Leitungen heranzukommen. Am Ende des Flures liegen die vorgesehenen Büros des Instituts: Geschäftsführung und Verwaltung sowie der Lesesaal. Im Stockwerk darunter wird ein ehemaliger Speisesaal mit Rollanlagen für die Bibliothek und das Archiv bestückt sowie ein Archivbüro eingerichtet werden. Der Betrieb der Bibliothek wird bis auf weiteres uneingeschränkt zu den Öffnungszeiten aufrechterhalten. Der jetzige Lesesaal ist nach wie vor zugänglich!

20/06 2018

Internationale Fachtagung „Samuel von Brukenthal und die siebenbürgische Erinnerungskultur“

zum 200. Gründungsjubiläum des Brukenthalmuseums in Hermannstadt/Sibiu (Rumänien)

„Samuel von Brukenthal und die siebenbürgische Erinnerungskultur“ war das Thema der vom Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrate. V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg, dem Brukenthal-Museum in Hermannstadt/Sibiu und dem Begegnungs-und Kulturzentrum Friedrich Teutsch der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien,Hermannstadt/Sibiu veranstalteten Internationalen Fachtagung vom 17. bis 18. Juni 2017, die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wurde. Der Anlass war die Gründung des ersten öffentlichen Museums im Südosten Europas vor 200 Jahren im Jahr 1817. Es handelt sich um eine einzigartige, vielfältige und bis heute erhaltenen Sammlung aus dem Barockzeitalter, die von Samuel von Brukenthal zusammengetragen und nach seinem Tod öffentlich zugänglich gemacht wurde.

Samuel von Brukenthal (1721-1802) war die herausragende Persönlichkeit der Siebenbürger Sachsen im 18. Jahrhundert, einer nach § 96 BVFG zu fördernden Gruppe. Brukenthal gehörte nicht dem siebenbürgischen Patriziat an, sondern machte Karriere – bezeichnend für das Zeitalter des habsburgischen Absolutismus – im österreichischen Staatsdienst. Er stieg als einziger Siebenbürger Sachse vom Gubernialsekretär zum Gouverneur von Siebenbürgen (1774-1787) auf. Seine Leistungen als Verwaltungsfachmann in Wien, in der Siebenbürgischen Hofkanzlei, überzeugten Maria Theresia. Ihm waren die Probleme in Siebenbürgen aus eigener Erfahrung und Herkunft bekannt. Brukenthal blieb auch nach seinem Rückzug aus dem Amt die einflussreichste Persönlichkeit der Siebenbürger Sachsen.

Heute ist Brukenthal vor allem als Förderer von Kultur und Kunst bekannt. Zeitlebens wurden von ihm, der „barocken Sammellust“ seiner Zeit frönend, Gemälde, Kupferstiche, Bücher, Mineralien, Antiquitäten und Münzen gesammelt. Noch zu seinen Lebzeiten öffnete er sein Haus gelegentlich für ein breiteres Publikum, um ihm seine Kunstschätze zu zeigen. In seinem Testament verfügte er, dass seine Sammlungen nicht durch Erbschaft geteilt, sondern zusammengehalten und dem Evangelischen Gymnasium in Hermannstadt übergeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Nach dem Tod des letzten männlichen Erben im Jahr 1872 gingen das Museumsgebäude und die Sammlungen in den Besitz der Evangelischen Kirche über. Fortan wurde das Museum durch Leihgaben und Schenkungen aus den umfassenden Kunstbeständen der evangelischen Kirchengemeinden Siebenbürgens bereichert. Zahlreiche kirchliche Altertümer wie Vasa Sacra aus Edelmetall, kostbare mittelalterliche Messgewänder, liturgische Manuskripte und Inkunabeln, osmanische Teppiche, gotische Skulpturen und Flügelaltäre fanden in die Sammlung Eingang. Im Jahr 1948 wurde das Museum unter kommunistischer Herrschaft verstaatlicht. Im Bewusstsein der Öffentlichkeit blieb es jedoch stets der bedeutendste Kulturhort der Evangelischen Kirche und der Siebenbürger Sachsen. Im Jahr 2005 wurden Palais und Sammlungen an die Evangelische Kirche zurückgegeben. In einem Abkommen zwischen der Kirche und der rumänischen Regierung wurde vereinbart, dass die Sammlungen gemäß dem Wunsch Samuel v. Brukenthals weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleiben und die bestehende staatliche Museumsinstitution weiterhin diese Güter betreut.

Auf der Internationalen Fachtagung vom 17. bis 18. Juni 2017 im Blauen Stadthaus/Casa Albastră in Hermannstadt/Sibiu, an der zwischen 80 und 90 Personen teilnahmen, wurde zum einen die Persönlichkeit Brukenthals gewürdigt und bedeutende Details seines Lebens und Wirkens herausgearbeitet und zum anderen auf die Bedeutung der Museumsgründung und der in der Barockzeit angelegten Sammlungen hingewiesen. Die Veranstaltung wurde vom Direktor des Brukenthal-Museums Dr. Sabin Luca und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landekunde e. V. Heidelberg Dr. Ulrich Andreas Wien eröffnet. Daran schloss sich der Einführungsvortrag von Prof. Dr. Harald Heppner (Universität Graz) an. Er sprach über Siebenbürgen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im europäischen Kontext und hob Zäsuren und Kontinuitäten hervor.

Die insgesamt 17 Vorträge der aus Deutschland, Österreich, Rumänien, Ungarn und den Vereinigten Staaten von Amerika stammenden Referentinnen und Referenten ließen sich in vier Themenkreise einteilen: 1. „Staat – Staatsmann – Religion und Kirche“, 2. „Museumsgründung – Sammlungspolitik – Archiv“, 3. „Familienbeziehungen und wissenschaftliche Kontakte“ sowie 4. „Gartenanlagen und naturwissenschaftliche Sammlungen“. Es moderierten Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch, Hansgeorg v. Killyen, Dr. Harald Roth und Ingrid Schiel.

Der Themenbereich „Staat – Staatsmann – Religion und Kirche“ wurde von Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch moderiert. Dr. Horst Erwin Schuller (Salzburg), sprach zu „Brukenthal in Wien. Sein Verhältnis zur Siebenbürgischen Hofkanzlei“. Schuller bot unter anderem einen bebilderten Rundgang durch das barocke Wien. Dr. Julia Riedel (Universität Tübingen) zeigte am Beispiel des Piaristenordens, wie sehr sich die Stellung der Orden und der Kirche zum Staat und der Gesellschaft des Habsburgerreiches wandelte. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 gelang es dem Piaristenorden in zahlreiche Jesuitenschulen nachzufolgen und zum klassischen „Schul“-orden zu werden, wenn auch in Konkurrenz zum Staat. Einzelne Piaristen fanden als Hauslehrer eine neue Aufgabe, wie die Referentin an Beispielen aus Klausenburg/Cluj-Napoca im heutigen Rumänien veranschaulichte. Prof. Dr. Paul Philippi (Hermannstadt/Sibiu) bot eine Einführung in Brukenthals Verdienste um die Stellung der Evangelischen Kirche Siebenbürgens. Dr. Kálmán Árpád Kovács (Universität Szeged) unterlegte diese Verdienste mit den religionspolitischen Sonderberichten (Seperatvoten) der 1760er und 1770er Jahre. Der Briefwechsel zwischen dem Neu-Wiener Bischof Johann Heinrich von Kerens und Brukenthal lässt die Aufrichtigkeit und Luzidität erkennen, mit der der Aufklärung verpflichtete Bischof versuchte, Brukenthal für die katholische Seite zu gewinnen. Sever Cristian Oancea (Universität Mainz) arbeitete heraus, dass es hierbei um den wahren Glauben ging. Brukenthals Antwort war sowohl dem Bischof als auch Maria Theresia gegenüber mittels seines Wahlspruches eindeutig: „Fidem genusque servabo“ (ich will meinem Glauben und meinem Volk dienen). Brukenthal verband dies mit einem freimaurerischen Engagement. Dr. Atilla Verók berichtete detailliert von Brukenthals maßgeblicher Beteiligung an der Gründung der Loge „Zu den drei goldenen Schlüsseln“ in Halle von 1743 bis 1749. Aufgrund der Bedeutung legte Verók abweichend von der ursprünglichen Planung den Focus auf die Loge in Halle. Brukenthal blieb auch in Hermannstadt den Freimaurerbrüdern verbunden.

Der nächste Themenbereich „Museumsgründung – Stiftungswesen –Sammlungen“ wurde von Ingrid Schiel moderiert. Dr. Gudrun Ittu (Hermannstadt/Sibiu), die jahrzehntelang als Kuratorin für das Museum tätig war, berichtete über dessen Gründung. Frank Thomas Ziegler (Kronstadt/Braşov) zeigte anhand der Direktoren die Wechselwirkung von Kirche und Museum auf. Er stellte die Sammlungspolitik des Museums im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor.

Im nächsten Themenbereich „Familienbeziehungen und wissenschaftliche Kontakte“, der von Dr. Harald Roth moderiert wurde, sprach Rüdiger v. Kraus (Boston) über den Siebenbürgisch-sächsischen Kleinadel im Zeitalter Brukenthals. Er illustrierte dies unter anderem anhand seiner eigenen Familie „von Kraus“. Über Brukenthals Herkunft und die Stellung seiner Familie in der siebenbürgischen Gesellschaft sowie in der sächsischen Nation referierte Dr. Lupold v. Lehsten (Bensheim). Aus der Perspektive der Mutter, die aus der Familie von Heydendorff stammte, berichtete Hansotto Drotloff (Drabenderhöhe) über die Familie Brekner von Brukenthal. Wie der Hermannstädter Pfarrer Johann Filtsch zum letzten Vertrauten Brukenthals wurde, schilderte Thomas Şindilariu. Filtsch verfasste und publizierte Samuel von Brukenthals Leichenpredigt. Rupert Graf Strachwitz (Berlin) sprach über den habsburgischen Beamtenadel und schilderte das Exzeptionelle von Brukenthals Stiftungsgründungen im Kontext seiner Zeit.

Der Themenbereich „Gartenanlagen und naturwissenschaftliche Sammlungen“ wurde von Hansgeorg v. Killyen moderiert. Dr. Mariann Juha (Universität München) erläuterte „Sammeln und Systematisieren im 18. Jahrhundert“ anhand von Beispielen aus dem „Regnum minerale“. Über Brukenthal als Förderer der Gartenkultur in Siebenbürgen sprach Prof. Dr. Erika Schneider (Raststatt). Sie stellte seine verschiedenen Projekte in den Kontext europäischer Entwicklung. Abschließend zeigte sie seine eigenen Anlagen, darunter Brukenthals Sommersitz in Freck/Avrig, der eine verkleinerte Nachbildung von Schönbrunn in Wien darstellte.

Den Abschlussvortrag hielt Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch, der anhand der Traditionsbildung um die Person Brukenthals und dessen Museums die vielfältigen Wirkungen des bedeutenden Staatsmannes und vom aufklärerischen Geist geprägten Universalgelehrten aufzeigte, die bis zum heutigen Tag anhalten. Sie werden inzwischen international rezipiert.

Herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier Ländern würdigten die Persönlichkeit Samuel v. Brukenthals und arbeiteten bedeutende Details seines Lebens und Wirkens aufgrund neuester Forschung heraus. Zugleich wurde auf die Bedeutung der Museumsgründung und auf die in der Barockzeit angelegten Sammlungen verwiesen.

I. S.

08/07 2016

Otto-Folberth-Stiftung – Archivalientitel des bedeutenden Nachlasses erstmals online recherchierbar

Anlässlich der Tagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e. V. in Salzburg im Jahr 1979 hatte Dr. Otto Folberth (1896-1991) die Bestände seines reichhaltigen Privatarchivs sowie Teile seiner Privatbibliothek der Siebenbürgischen Bibliothek und dem Archiv überlassen. Im März 1980 als Otto-Folberth-Stiftung eingerichtet, umfasst der Archivbestand 10 Regalmeter in 83 Bänden.

Den Schwerpunkt bildet eine umfangreiche Sammlung von eigenen und provenienzfremden Schriften zu Stephan Ludwig Roths Lebensgeschichte, dessen Schriften sowie dessen gesellschaftlichem Einfluss. Folberth gilt als bedeutendster Stephan-Ludwig-Roth-Forscher, der unter anderem eine siebenbändige Gesamtausgabe von Schriften und Briefen Roths herausgab. Einen weiteren bedeutenden Teil des Bestandes bilden Folberths eigene belletristischen Werke: Lyrik, Erzählungen, Novellen sowie drei Romane in unterschiedlichen Entstehungsstufen. Im Bestand befinden sich des Weiteren zahlreiche Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Essays, Reden und Rezensionen zu sächsischer, siebenbürgischer und osteuropäischer Kultur, Geschichte und Gesellschaft. Hinzu kommen die Kriegsberichte, die Folberth als Hauptmann der Reserve und Kriegsberichterstatter im Auftrag des rumänischen Militärs verfassen musste. Etwa ein Fünftel des Gesamtbestandes bildet seine Korrespondenz mit vielen siebenbürgischen und nicht-siebenbürgischen Persönlichkeiten aus den Jahren von 1947 bis 1978. Otto Folberth war Mitbegründer, Sekretär und Ehrenpräsident der Sektion Österreich der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem (Association for the Study oft the World Refugee Problem, Vaduz-Lichtenstein). Im Jahr 1957 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Südostdeutschen Historischen Kommission ernannt.

Eine Besonderheit bilden die Original-Tagebücher des Juristen Michael Conrad von Heydendorff d. J., der in der Komitatskanzlei in Klausenburg und als Senator und Bürgermeister von Mediasch tätig war. Sie umfassen die Jahre 1786 bis 1857 und sind ebenfalls Bestandteil der Otto-Folberth-Stiftung, da von Heydendorff ein Ahne Folberths war. Vor einigen Jahren wurden dem Archiv die Original-Tagebücher von Otto Folberth aus den Jahren 1911 bis 1986 von dessen Sohn Paul übergeben. Es handelt sich um 58 Bände, die die Alltags- und Mentalitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts dokumentieren sowie den Ersten und Zweiten Weltkrieg an der Ostfront schildern.

Aufgrund der Bedeutung des Bestandes der Otto-Folberth-Stiftung als Kulturgut der Siebenbürger Sachsen sowohl für die kulturellen Wechselbeziehungen als auch für die Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte der Siebenbürger Sachsen in Österreich und Deutschland sowie zur wissenschaftlichen Erforschung und kulturellen Vermittlung des Werkes einer bedeutenden Persönlichkeit hat sich die Heimatgemeinschaft Mediasch e.V. (HGM) entschlossen, eine digitale Neuerschließung durchführen zu lassen. Die Finanzierung erfolgte durch Paul Folberth und die HGM. Treibende Kraft des Gesamtprojekts war der ehemalige Schriftführer und jetzige Kulturreferent der HGM, Dr. Hansotto Drotloff. Für die Durchführung konnte die Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste im Archiv, Jutta Fabritius, gewonnen werden. Das Vorhaben wurde in zwei mehrmonatigen Teilzeitprojekten in den Jahren 2012 und 2015 realisiert.

Anlässlich des 120. Geburtstages von Otto Folberth am 10. Juli 2016 ist das Findbuch ab diesem Zeitpunkt erstmals online einsehbar. Alle Beteiligten empfehlen das Werk einer regen Nutzung und hoffen auf breites Interesse an diesem überaus vielseitigen und anregenden Schriftstellernachlass.

Urkundenbuch online

Nun ist es bequem und weltweit über das Internet nutzbar: Das „Urkundenbuch zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen“, eines der grossen Langzeitprojekte der landeskundlichen Forschung.

1892 erschien der erste Band, herausgegeben vom "Ausschuss des Vereines für siebenbürgische Landeskunde". Sechs weitere Bände folgten, der letzte 1992. 4687 Urkunden aus den Jahren 1191 bis 1486 waren dadurch in gedruckter Form greifbar - für alle, die das Glück haben, diese Bände in die Hand nehmen zu können.

Dieses zu verbessern war dem "Arbeitskreis für siebenbürgische Landeskunde" und seinem Vorsitzenden Dr. Ulrich Wien seit längerem ein besonderes Anliegen. In den vergangenen Monaten konnte Dr. Martin Armgart an der Universität Koblenz-Landau unter Mitarbeit von Forschern in Ungarn und Rumänien eine Online-Präsentation erarbeiten - dank der Förderung des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und mit Hilfe der Software des Kompetenzzentrums für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften der Universität Trier.

Zugänglich ist diese Online-Präsentation nun unter „eTransylvanica“ auf den Seiten des Siebenbürgen-Instituts, unter „eTransylvanica“: http://siebenbuergen-institut.de/special-menu/e-transylvanica/urkundenbuch-zur-geschichte-der-deutschen-in-siebenbuergen-online/ Auch eine Weiterführung des Urkundenbuches kann dann gleich in dieser Datenbank erfolgen.

Über 200 weitere Urkunden sind bereits eingestellt. Über verschiedene Suchmasken wird der Inhalt des Urkundenbuches bandübergreifend recherchierbar. Die Nutzung dieser Fleißarbeit mehrerer Generationen von Urkundeneditoren wird dadurch wesentlich leichter und von jedem Computer-Arbeitsplatz aus möglich - zum 120. Jahrestag des Erscheinen des ersten Bandes.

 


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