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23.11.2011

Die „Bücherburg“, ein Symbol der Unabhängigkeit

Der Aufbau der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek entspricht dem Bedürfnis der Siebenbürger Sachsen, eigenständig zu sein

Wie konnten die Siebenbürger Sachsen so viele Jahrhunderte lang in einer fremden Umgebung überleben? Diese Frage ist scheinbar leicht zu beantworten. Sie bauten sich Schutzeinrichtungen gegen fremde Einflüsse. Es waren dies organisatorische Einrichtungen, wie Selbstverwaltung und Eigenrecht, und physische Einrichtungen, wie Kirchenburgen und Stadtmauern. Diese Einrichtungen waren die Grundlage ihres Erfolges in der Geschichte.
In der Wirklichkeit waren viele Einzelfaktoren und deren Zusammenspiel wichtig für den Erhalt der Unabhängigkeit. Dazu zählen unter anderem Aufbauwille, Vertrauen in die eigenen Kräfte und gegenseitige Unterstützung. Diese Faktoren sind dafür auch heute noch - an einem anderen Ort und in einer anderen Zeit - genau so gültig, wie in Siebenbürgen.
Um die Abhängigkeit unseres Kulturschatzes in Gundelsheim von den Unwägbarkeiten tagespolitischer Entscheidungen und schrumpfender Kulturetats zu verringern, wurde 1999 der Bau der „Bücherburg“ beschlossen. Die Stiftung wurde gegründet. Der Bau einer sicheren Burg ist nicht einfach und bedarf großer Ausdauer. Es ist noch viel Arbeit zu leisten, bis sie ihrer Schutzfunktion gerecht wird.
Der Wille, den Aufbau der Stiftung voranzutreiben, ist bei den daran Beteiligten in der Erkenntnis begründet, dass Zukunft ohne Dokumentation der Gegenwart und ohne Rückblick auf die Vergangenheit keine Chancen hat. Das Vertrauen in die Kräfte unserer Gemeinschaft ist vorhanden. Die Nachbarschaftshilfe könnte ausgeweitet werden.
Im Folgenden werden Menschen und Organisationen vorgestellt, die sich auf besondere Weise am Aufbau der „Bücherburg“ beteiligen. Dabei ist nicht die Höhe der Spende, sondern die Motivation der Unterstützer und die Art der Zuwendungen maßgebend. Heute drei Beispiele:
• Frau Ilse Wanek, Rentnerin, 89 Jahre alt, war in der Sowjetunion im Arbeitslager, hat bis zur Verrentung unermüdlich gearbeitet und sparsam gelebt und unterstütze jahrelang ihre Verwandtschaft, besonders die Enkelkinder, wenn es nötig war. Im Juni dieses Jahres überwies sie spontan der Stiftung einen Betrag von 10.000 €, wofür ihr mit dem Eintrag in die Stiftertafel und mit der Urkunde für besondere Verdienste beim Aufbau der Stiftung gedankt wurde.
• Eine Dame, die namentlich nicht genannt werden möchte, begann bereits im Gründungsjahr 1999 die Stiftung zu unterstützen. Bereits in den Jahren 1999 und 2000 wurde ihr Name in die Stiftertafel eingetragen. Ihr ist bewusst, wie wichtig die Tätigkeit des Siebenbürgen-Instituts und der Bibliothek für unser Selbstverständnis ist. Deshalb überweist sie seit Januar 2006, also seit fast 6 Jahren, per Dauerauftrag monatlich 20 €. Diese relativ geringen Beträge summierten sich bis Juli 2009 auf 1.000 €, was den dritten Eintrag in die Stiftertafel zur Folge hatte.
• Das Ehepaar Graeser, das bis 2007 auch schon tatkräftig am Aufbau der Stiftung mithalf (4 Einträge in die Stiftertafel), gründete im Jahr 2008 die Dr. Ortrud u. Dipl. Ing. Gerhardt Graeser – Stiftung, Essen. Um sich an den Personalkosten des Siebenbürgen-Instituts und der Bibliothek zu beteiligen, unterstützt die Dr. O. u. G. Graeser-Stiftung die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek beachtlich. In den Jahren 2009 und 2010 wurden jeweils 7.200 € überwiesen. Der gleiche Betrag wurde auch für 2011 bewilligt. Die Familie Graeser erhielt 2009 die Urkunde für besondere Verdienste beim Aufbau der Stiftung. Ihre eigene Stiftung wurde in den Jahren 2009 und 2010 in die Stiftertafel aufgenommen, was sich 2011 wiederholen wird.
Andere Beispiele werden zu einem späteren Zeitpunkt in weiteren Beiträgen vorgestellt.

02.08.2011

Die Erträge der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek reichen noch nicht aus

Die Überlebensstrategie der Siebenbürger Sachsen, sich den aktuellen Bedingungen immer wieder anzupassen, birgt Hoffnung auf Abhilfe

Fragen wir nach den Gründen der Ansiedlung unserer Vorfahren in Siebenbürgen, ist mit Sicherheit die Erwartung besserer Lebensumstände der Hauptgrund. Es wurden ihnen Vergünstigungen zugesprochen, die sie mit aller Macht, die Ihnen zur Verfügung stand, verteidigten. Wie konnte ihnen das über einen so langen Zeitraum gelingen? Es war nur durch gute Organisation möglich, gegründet auf Tugenden wie Gefühl der Zusammengehörigkeit, gegenseitige Hilfe, Tüchtigkeit, Opferbereitschaft und Überlebenswillen nach Rückschlägen. Herausragende Beispiele der Organisation sind uns immer noch gegenwärtig: Fränkische Hofordnung, Nachbarschaften, Eigen Landrecht, Nationsuniversität, Vereine und nicht zuletzt die Evangelische Landeskirche A. B.

Aus Sicht der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek sind, sowohl für den Aufbau und die Festigung der Stiftung, als auch für die Gesamtheit der Siebenbürgisch-Sächsischen Einrichtungen, die oben aufgeführten Tugenden heute genau so wichtig, und deshalb nicht aus den Augen zu verlieren. Sie sind sogar unersetzlich.

Unzweifelhaft ist die Mehrheit der Siebenbürger Sachsen davon überzeugt, dass die allgemeinen Lebensbedingungen in Deutschland oder Österreich besser sind als in Siebenbürgen. Dieses ist, selbst wenn einige noch größere Erwartungen hatten, aus der sehr geringen Rücksiedlerquote und aus dem allgemeinen Lebensstandard unserer Landsleute zu ersehen. Nur so lassen sich der Einsatz für die Kirchen und andere Gebäude in den ehemaligen Heimatgemeinden, die vielen Feste und Bildungsreisen, die materielle Ausstattung der Haushalte und die Urlaubsreisen erklären. Der Mehrheit unserer Landsleute geht es gut. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Auch die aktuelle Finanzkrise und die in den letzten Jahren zurückhaltende Lohnpolitik sollten unseren Aufbauwillen nicht drosseln. Es handelt sich nur um eine winzige Delle in unserem Dasein. Verglichen mit anderen erlittenen Einbrüchen, die jedoch mit Hilfe der oben erwähnten Tugenden überwundenen wurden, ist sie kaum wahrnehmbar. Jeder in Siebenbürgen Geborene weiß das. Keinesfalls darf die heutige Lage Anlass für den Ausbruch einer Katastrophenstimmung sein. Katastrophen manifestieren sich anders.

Nun gibt es hierzulande eine andere Siedlungsstruktur als auf dem ehemaligen Königsboden in Siebenbürgen, keine nach Dörfern und Gassen organisierten Nachbarschaften, keinen Gemeindewald, der gemeinsam bewirtschaftet wird, keine rein sächsische Kirchengemeinde und keine politische Selbstverwaltung. In dieser Situation bedurfte es neuer Organisationsformen. Wir alle kennen sie. Vor allem Vereine, die mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge ihre Funktion sichern, wurden die bevorzugte Organisationsform der Siebenbürger Sachsen.

Derzeit beobachten wir eine Reihe von gesellschaftlichen Wandlungen, unter anderem die schwindenden Mitgliederzahlen in den Vereinen, Kirchengemeinden und politischen Parteien, sowie die sich ständig ändernden Wohnorte der Menschen. Diese Tatsachen und die zunehmende Kürzung der Zuwendungen aus öffentlichen Haushalten weisen uns auf die Bedeutung von Stiftungen für die zukünftige Finanzierung gemeinnütziger Einrichtungen im Allgemeinen, aber auch die der Siebenbürger Sachsen, hin. Sie müssen das zweite Standbein werden, um unabhängig von schwankenden Mitgliederzahlen und sporadischen Projektförderungen unsere Einrichtungen aufrecht erhalten zu können.

Wie alle wichtigen Einrichtungen der Siebenbürger Sachsen, ist auch die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek der Gemeinnützigkeit verpflichtet und auf die Unterstützung durch die Gesamtheit der Landsleute angewiesen. Nur damit sind die Existenz und die Funktion der Kultureinrichtungen des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates in Gundelsheim auf Dauer zu sichern. Das Stiftungswesen war bis zum Zweiten Weltkrieg auch in Siebenbürgen verbreitet. Das in unserer Geschichte wohl am stärksten beeindruckende Beispiel für die Wichtigkeit von Stiftungen war der Aufbau und Erhalt der deutschen Schulen über einen Zeitraum von Jahrhunderten mit den Erträgen der kirchlichen Ländereien und Besitztümer. Dem wurde durch die Agrarreform nach dem Ersten Weltkrieg ein jähes Ende bereitet, was zu einer schweren Belastung für viele Dorfgemeinschaften wurde.

Die Entwicklung des Kapitalstocks der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek war seit ihrer Gründung starken Schwankungen ausgesetzt. Die jährlichen Zuwendungen bewegten sich zwischen 30.000 und 160.000 Euro. Ausnahmen waren die Jahre 1999, das Jahr der Gründung, als 260.000 Euro eingebracht wurden, und 2002, als die Stiftung durch ein Vermächtnis den Gegenwert eines Eigenheimes verbuchen konnte. Im laufenden Jahr scheinen sich die Zuwendungen einem Tiefststand zu nähern. In den ersten sechs Monaten erreichten sie gerade einmal 12.000 Euro, ein Zehntel des bisherigen Jahresdurchschnitts. Ohne Wachstum des Kapitalstocks kann auch der Förderbetrag an den Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrat nicht erhöht werden. Zieht man die Unsicherheit der zukünftigen Bezuschussung der einzigen Vollzeitstelle eines Bibliothekars durch das Land Baden-Württemberg wegen Etateinsparungen in Betracht, ist es umso wichtiger, dass die Stiftung gestärkt wird. Es ist niemandem gedient, wenn das Siebenbürgen-Institut, unsere zentrale Dokumentationsstelle in Deutschland, ihre Funktion einstellen muss.

Die Mitarbeiter mit Teilzeitstellen und Minijobs setzten sich mit allen ihren Kräften für die Aufrecherhaltung des Betriebes ein. Ohne den von ihnen und weiteren Personen zusätzlich geleisteten ehrenamtlichen Einsatz gäbe es sehr starke Einschränkungen im Betrieb. In diesem Zusammenhang bittet der Stiftungsvorstand alle Spender um Vergebung, dass nun schon zum zweiten Mal die Liste der Spender in den Mitteilungen aus dem Siebenbürgen-Institut nicht erschienen ist. Das ist der eben angesprochenen großen Belastung des Personals zuzuschreiben. Die Liste der Spender aus der Zeitspanne September 2010 – April 2011 ist im Internet über www.siebenbuergen-institut.de einzusehen. In der nächsten Ausgabe der Mitteilungen aus dem Siebenbürgen-Institut soll sie aber auch als Drucksache erscheinen.

Allen denjenigen, die sich am Aufbau der Stiftung beteiligt haben, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Der Vorstand hofft, dass sich die Mehrheit unserer Landsleute den bisher Beteiligten anschließt. Letztere bitten wir, der Stiftung weiterhin die Treue zu halten und ihre Mitmenschen zum Mitmachen anzuregen. Möglichkeiten für die Aufbauhilfe gibt es viele: direkte Zuwendungen, Sammelspenden bei familiären Anlässen und anderen gesellschaftlichen Ereignissen, zinslose Darlehen, bei denen das Kapital Eigentum des Darlehensgebers bleibt, Unterstiftungen, die den Namen des Stifters führen, Legate und Vermächtnisse. Für Fragen und Informationen stehen Ihnen die Mitglieder des Vorstands und des Beirats gerne zur Verfügung.

Die Bankverbindung der Stiftung:
Volksbank Oberberg eG,
BLZ 38462135,
Konto 211029013,
BIC GENODED1WIL,
IBAN DE75 3846 2135 0211 0290 13.


Wilhelm-Georg Hietsch, Mühlbacher Gasse 15, 51674 Wiehl, Tel.: 02262/691964
Nils. H. Măzgăreanu, An den Eichen 4 A, 91077 Dormitz, Tel.: 09134/909484
Hatto Scheiner, Babenhäuser Str. 10, 64839 Münster, Tel.: 06071/36114

05.05.2011

Die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek berichtet über die Erfüllung ihres Stiftungszwecks anhand der Aktivitäten des Siebenbürgen-Instituts

In Ergänzung zum Artikel in der Siebenbürgischen Zeitung vom 10. März 2011, in welchem vor allem über die finanzielle Lage der Stiftung berichtet wurde, soll den aktiven und den zukünftigen Unterstützern der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek diesmal gezeigt werden, welchen konkreten Ergebnissen der Stiftungszweck dient. Die Grundlage dafür ist der aktuelle Bericht des Siebenbürgen-Instituts an der Universität Heidelberg in Gundelsheim über seine Aktivitäten im Zeitraum 2005-2009.

Die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek verfolgt keine eigenen Projekte wissenschaftlicher oder kultureller Natur, sondern unterstützt mittels ihrer Ausschüttungen, indem sie sich an der Entlohnung der Mitarbeiter beteiligt, die Projekte des Siebenbürgen-Instituts. Das heißt im Umkehrschluss, ein Teil der Ergebnisse des Siebenbürgen-Instituts sind allen denjenigen zu verdanken, die sich am Aufbau der Stiftung beteiligen. Es liegt also nahe, diese Ergebnisse einem breiten Publikum bekannt zu machen. Der Bericht, der vor kurzem erschien, ist in der Siebenbürgischen Bibliothek in Gundelsheim einzusehen und gegebenenfalls auch zu erhalten. Im Folgenden werden beispielhaft einige besonders anschauliche Aktivitäten aufgezeigt.

Die Siebenbürgische Bibliothek nimmt im Schnitt 1.500 und das Archiv 85 Zugänge pro Jahr auf. Der größte Teil davon sind Bücher, aber auch andere Datenträger, Filme, Urkunden oder ganze Nachlässe zählen dazu. Die Bibliothek besitzt über 75.500 und das Archiv über 6.000 bibliographische Einheiten. Sowohl die Zugänge, als auch sukzessive die Altbestände, werden in den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund eingegeben und sind somit online recherchierbar. Zusätzlich werden ältere Drucke, Karten, Archivalien und Bilder digitalisiert und somit für Nutzer leichter zugänglich gemacht. So erhielten auch mehrere Buchautoren, z. B. Arne Franke für Städte im südlichen Siebenbürgen, und Ausstellungsveranstalter, z. B. Hans-Werner Schuster für 60 Jahre Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, auf diese Weise Material aus den vorhandenen Beständen.

Aus der Vielzahl der Projekte des Siebenbürgen-Instituts, die zum Teil in Kooperation mit anderen Institutionen durchgeführt wurden oder werden, einige Beispiele:

  • Sicherung der Bibliotheksbestände und des Archivs der Honterusgemeinde Kronstadt
  • Digitalisierung der Archivbestände der Honterusgemeinde Kronstadt
  • Bearbeitung der Studie „Der Deutsch-Sächsische Frauenbund für Siebenbürgen“
  • Erfassung der Landeskonsistorialprotokolle 1919-1941 der Ev. Landeskirche AB
  • Aufarbeitung und Nutzbarmachung von Nachlässen in der Siebenbürgischen Bibliothek
  • Bestandssicherung altorientalischer Teppiche in siebenbürgisch-sächsischen Kirchen
  • Sammlung und Übersetzung von rumänischen Archivdokumenten zur rechtlichen, politischen und sozialen Lage der deutschen Minderheit zwischen 1944 und 1953.

Im Berichtszeitraum wurden 13 Nachwuchswissenschaftlern aus Rumänien, Ungarn und Deutschland Kurzzeit-Stipendien gewährt. Bei 14 wissenschaftlichen Tagungen war das Siebenbürgen-Institut Veranstalter oder Mitveranstalter. Für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung wurden 12 Kolloquien und Akademiewochen organisiert und 11 Lehrveranstaltungen am Seminar für Osteuropäische Geschichte der Universität Heidelberg abgehalten. Die Zahl der Publikationen ist so groß, dass eine Auswahl schwer fällt. Periodisch werden sie in den Mitteilungen aus dem Siebenbürgen-Institut veröffentlicht.

Dass alle diese Leistungen mit der geringen Anzahl von Beschäftigten realisiert werden konnten, grenzt an ein Wunder und ist nur mit dem zusätzlichen ehrenamtlichen Einsatz aller Beteiligten zu erklären. Einige Stellen können gar nicht, andere Stellen nur teilweise dotiert werden, z. B. Bibliothekarinnen, Verwaltungsangestellte und Archivarin. Die Stellen des Wissenschaftlichen Leiters und des Geschäftsführers sind aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten nicht besetzt. Ihre Arbeit wird ehrenamtlich und durch außergewöhnlichen Einsatz der damit betrauten Personen erbracht. Ihnen sei an dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank zuteil, der aber auch denjenigen gilt, die zwar entlohnt werden, aber ebenfalls besondere Leistungen erbringen, und nicht zuletzt auch den anderen ehrenamtlichen Helfern.

Betrachtet man die Bilanz der Aktivitäten des Siebenbürgen-Instituts, die hier nur skizziert werden konnten, wird einem ihre Bedeutung für die Dokumentation und Aufarbeitung der kulturellen Leistungen der Siebenbürger Sachsen schnell bewusst. Es wird einem klar, dass diese Arbeit unterstützungswürdig ist. Am einfachsten ist das durch Zuwendungen oder Stifterdarlehen (Schlagworte: Gutes tun mit Geld-zurück-Garantie oder Zinsen in Hilfe umwandeln) an die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek zu erreichen. Der Stiftungsvorstand erteilt gerne erweiterte Auskunft darüber (Hatto.Scheiner@t-online.de oder Hatto Scheiner, Babenhäuser Str. 10, 64839 Münster, Rufnummer 06071-36114).

 

28.03.2011

Finanzkrise gut überstanden: Nominalwert der Einlagen erhalten

Die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek berichtet über ihre Vermögenslage und über die bei der Verwaltung des Vermögens zu beachtenden Kriterien

Der Vorstand der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek ist sich seiner großen Verantwortung gegenüber seinen zahlreichen Spendern bewusst und ebenso seiner Aufgabe, das Stiftungsvermögen vernünftig zu verwalten und zu mehren. Gemeinsam mit dem Beirat wird die Strategie der Kapitalanlage festgelegt, regelmäßig geprüft und gegebenenfalls korrigiert. Über die einzelnen Anlagen entscheidet der Vorstand, der periodisch dem Beirat Bericht erstattet. Neben größtmöglicher Sicherheit der Anlagen ist dabei auch die Höhe der zu erwartenden Erträge ein Kriterium. Das Geld wird in verschiedenen Anlageformen dem Finanzmarkt zur Verfügung gestellt, um Renditen zu erzielen.

Vermögen hat bekanntlich zwei Seiten, den materiellen Wert und den Buchwert. Der materielle Wert kann in natürlichen Einheiten ausgedrückt werden, z. B. in Firmenanteilen, in Goldbarren oder in Wohnungseinheiten, die vom Marktpreis unabhängig sind. Der Buchwert hingegen zeigt den augenblicklichen Marktpreis der Objekte an, wird in Währungseinheiten ausgedrückt, in unserem Fall in Euro, und verändert sich je nach Marktlage. So lange die Rendite stimmt, keine Pleiten der Schuldner drohen und kein Zwang besteht, Anlageobjekte zu veräußern, ist der Buchwert des Vermögens für dessen Beurteilung nicht besonders interessant. Das gilt auch für das Stiftungsvermögen, weil es auf ewig ausgelegt ist. Der Zweck einer Stiftung wird grundsätzlich mit ihren Erträgen erfüllt. Nur in Notfällen werden Spenden direkt weitergeleitet oder Anlagenwerte veräußert.

Eine große Gefahr für den Erhalt des Stiftungsvermögens ist die Insolvenz seiner Schuldner. Dadurch kann es zum Ausfall der Erträge und schlimmstenfalls zum Verlust des investierten Betrages kommen. Die Auswahl der Institutionen, in die investiert wird, ist deshalb die risikoreichste Aktivität des Vermögensverwalters. Um die Bonität der Schuldner zu beurteilen, ist er auf Prognosen und Erfahrungswerte angewiesen. Wie alle Prognosen der Vergangenheit bisher gezeigt haben, kommt er dabei um einen großen Unsicherheitsfaktor nicht herum. Ertragerbringende Wertanlagen sind immer mit einem Risiko behaftet. Ganz wichtig für das Vertrauen der Spender, besonders der zukünftigen, in die Arbeit der Stiftungsorgane, ist deren Informationsgebaren. Diejenigen, die am Zustandekommen des Vermögens beteiligt waren, beziehungsweise beteiligt sein werden, wollen wissen, was mit den Spenden geschieht und die Gewissheit erhalten, dass mit dem Geld nicht hasardartig spekuliert wird.

Um dieses Vertrauen immer wieder zu gewinnen, berichtet der Vorstand regelmäßig öffentlich über die wichtigsten Ereignisse jeden Geschäftsjahres in Form eines Jahresberichtes. Darüber hinaus wird über die Einkünfte aus Spenden periodisch, in diesem Jahr drei Mal, in den Mitteilungen aus dem Siebenbürgen-Institut berichtet.

Der Vorstand ist stets bemüht, den Nominalwert der Summe aller Spenden mit dem Buchwert des Vermögens in Einklang zu bringen, was der variablen Börsenkurse wegen nicht immer leicht ist. Obwohl die Krisen von 2002 und 2008 auch bei der Stiftung durch Buchwertverluste ihre Spuren hinterließen und die Rendite minderten, stimmte Ende April 2010 der Ausgleich wieder.

Die Summe aller Zuwendungen seit Gründung der Stiftung betrug bis Mai 2010 rund eine Million und achtzigtausend Euro (1.080.000,00 €). Davon ist ein Betrag von 60.000,00 € abzuziehen, der in den Jahren 1999-2004, als die Unterstützung der Öffentlichen Hand drastisch zurückging und das Institut dringend Hilfe benötigte, zusätzlich zu den Erträgen direkt von den Spendeneinnahmen weitergeleitet wurde. Verbleiben also 1.020.000,00 €. Ebenso hoch war Ende April laut Buchhaltung das Stiftungsvermögen.

Die Summe aller Überweisungen an das Siebenbürgen-Institut und aller Verwaltungskosten betrugen Ende April insgesamt 190.000,00 €, einschließlich der oben genannten 60.000,00 €. Die darin enthaltenen Verwaltungskosten von insgesamt 20.000,00 € wurden für Werbemaßnahmen, Briefporto und Fahrtkosten ausgegeben. Vergütungen für ihre Tätigkeit erhielten weder die Mitglieder des Vorstands noch des Beirats.

Zu der Verwendung der Förderbeträge an den Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrat zugunsten des Siebenbürgen-Instituts, beziehungsweise der Siebenbürgischen Bibliothek, sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass die Stiftung sich an den Personalkosten beteiligt und damit an allen Aktivitäten des Siebenbürgen-Instituts beteiligt ist. Eigene Projekte betreibt die Stiftung nicht. Das Ziel der Stiftung ist die Verringerung der Abhängigkeit des Siebenbürgen-Instituts von nicht planbaren Zuschüssen und die Erhaltung seiner Bestände und Aktivitäten.

Mein Appell an alle Siebenbürger und Freunde Siebenbürgens: Nutzen Sie die Möglichkeiten der Information über die Tätigkeiten der kulturellen Einrichtungen in Gundelsheim, stellen Sie deren Bedeutung für unser Selbstverständnis, für unsere Nachkommen und für die Wissenschaft selbst fest, und unterstützen Sie die Tätigkeit der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek durch Ihre Spenden, Zustiftungen, Vermächtnisse, zinslose Darlehen oder Sammelspenden anlässlich gesellschaftlicher Ereignisse.

Die Bankverbindung der Stiftung:
Konto 211 029 013 bei der Volksbank Oberberg, BLZ: 384 621 35
IBAN: DE75 3846 2135 0211 0290 13, Swift-Bic: GENODED1WIL

Hatto Scheiner
Vorsitzender

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