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Siebenbürgen aus der Luft

Der Schweizer Georg Gerster, geb. 1928, gilt als der bedeutendste Luftbildfotograf weltweit. Nachdem er 1991 zunächst für ein Flugporträt Europas, danach auf eigene Kosten siebenbürgisch-sächsische Kirchen und Kirchenburgen fotografiert und so für sich entdeckt hatte, wurde er vom Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrat beauftragt, die Luftaufnahmen für die flächendeckende Erfassung des siebenbürgisch-sächsischen Kulturguts zu machen. Das geschah im September 1994 und im März 1995.

Zahlreiche von Gersters Flugaufnahmen - er hat 241 sächsisch besiedelte Ortschaften Siebenbürgens forografiert - sind in den vier bisher erschienenen Bänden der Denkmaltopographie Siebenbürgen enthalten. In dieser Reihe sind über zwei Dutzend Bände geplant, ein Vorhaben, dessen Verwirklichung noch Jahre dauern wird. Darüber hinaus ist ein repräsentativer Querschnitt von Gersters Siebenbürgen-Bildern in dem eigenen Bildband "Siebenbürgen im Flug" (zusammen mit Martin Rill) erschienen, der seit 1997 mehrere Auflagen erlebte.

Nachstehend einige Kostproben Gersterscher Bildkunst:

 1. Agnetheln, rum. Agnita, ung. Szentágota
 2. Alzen, rum. Alţâna, ung. Alcina
 3. Birthälm, rum. Biertan, ung. Berethalom
 4. Bodendorf, rum. Buneşti, ung. Szászbuda
 5. Deutsch-Weißkirch, rum. Viscri, ung. Szászfehéregyháza
 6. Hermannstadt, rum. Sibiu, ung. Nagyszeben
 7. Jakobsdorf, rum. Iacobeni, ung. Jakabfalva
 8. Lechnitz, rum. Lechinţa, ung. Szászlekence
 9. Schaal, rum. Şoala, ung. Sálya
10.Stolzenburg, rum. Slimnic, ung. Szelindek

Wehrkirchen und Kirchenburgen, d. h. gegenüber dem äußeren Feind wehrbar gemachte Gotteshäuser, gibt es auch anderswo in Europa, aber nirgend in so großer Dichte und architektonischen Vielfalt wie in Siebenbürgen. Mancherorts sind die im 15. und 16. Jahrhundert unter dem Druck der Türkeneinfälle entstandenen dörflichen Kirchenburgen nahezu vollständig erhalten geblieben (z. B. in Birthälm und Deutsch-Weißkirch - Bild 3 und 5), vielfach aber wurden die Ringmauern und Befestigungstürme in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschleift, um mit dem Abbruchmaterial Schulen u.a. zu bauen. In den Städten, wie z. B. in Hermannstadt (Bild 6), war der ursprüngliche Bering um die Kirche nach und nach auf den gesamten mittelalterlichen Ort ausgedehnt worden; ebenfalls im 19. Jahrhundert fielen die verteidigungstechnisch unnötig gewordenen und darum vernachlässigten Bauwerke auch hier größtenteils der Spitzhacke zum Opfer.

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