Gäste aus Heidelberg
Studierende der Universität Heidelberg waren am 18. Juni 2010 im Siebenbürgen-Institut in Gundelsheim zu Gast (Foto rechts). Die Studenten hatten sich unter der Leitung Ihrer Dozentin Dr. Edda Binder-Iijima dem Mitgliedertag des Bibliotheksfördervereins angeschlossen, um mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen und Institut, Museum und Bibliothek sowie einige von deren Mitarbeitern und Förderern kennenzulernen.
Christian Reinerth gestorben
Dipl.-Ing. Christian Reinerth, der langjährige Mitarbeiter unseres Archivs, ist auf seiner letzten Urlaubsreise nach Siebenbürgen in Tiha Bârgăului nahe Bistritz im Alter von 75 Jahren gestorben. Christian Reinerth betreute in den letzten Jahren das Nachlassarchiv in Gundelsheim und arbeitete in seiner Freizeit am Projekt Siebenbürger-Genealogie mit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Siebenbürgen-Instituts an der Universität Heidelberg vermissen ihn und trauern um ihn.
Preisgelder dem Siebenbürgen-Institut gestiftet
Die Träger des diesjährigen Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreises, der Arzt, Biologe und Bibliograf Hermann A. Hienz und der Schriftsteller und Literaturhistoriker Joachim Wittstock, haben beide ihr Preisgeld dem Siebenbürgen-Institut an der Universität Heidelberg gestiftet.
Bei der Preisverleihung am Pfingstsonntag 2010 beim Heimattreffen in Dinkelsbühl bedankte sich Hienz bei den Mitarbeiterinnen der Siebenbürgischen Bibliothek in Gundelsheim für die jahrelange Unterstützung bei der Erarbeitung und Fertigstellung der zwischen 1995 und 2004 von ihm herausgegebenen fünf Bände des „Schriftstellerlexikons der Siebenbürger Deutschen“. Der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek vertraute der Preisträger dementsprechend die Dotation des Preises an.
Auch der in Hermannstadt lebende Schriftsteller Joachim Wittstock schenkte seinen Teil des Preisgeldes dem Siebenbürgen-Institut. Er habe die Gundelsheimer Einrichtungen kennen- und schätzen gelernt, als es ihnen gut ging. Als später die Förderung einbrach, sei die Arbeit trotzdem weitergegangen. Die Institution sei wichtig, so Wittstock, deswegen gebühre ihr Unterstützung.
Der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturpreis ist mit insgesamt 2.500 Euro dotiert und wird alljährlich vom Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und dem Bundesverband der Siebenbürger Sachsen in Österreich verliehen.Bilder von der Preisverleihung, einen umfangreichen Bericht und Videointerviews finden Sie in der Siebenbürgischen Zeitung.
"Best of-Ausstellung" im Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim
Anlässlich des Neujahresempfangs des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates und der Mitgliederversammlung des Fördervereins des Siebenbürgischen Museums im Gundelsheimer Schloss wurde am 9. Januar 2010 in den zwei Räumen für Wechselausstellungen unter dem Titel „Neues aus den Sammlungen“ eine Präsentation mit den Neuzugängen der letzten zwei Jahre in festlichem Rahmen eröffnet.
Die Auftaktausstellung der diesjährigen, dicht geplanten Museumsarbeit im Siebenbürgischen Museum Gundelsheim wurde vom Kurator der Einrichtung, Marius J. Tătaru, konzipiert und aufgebaut. Erstmals kamen zu den Vitrinen mit Museumsgut auch Exponate aus dem Archiv dazu, welche Dr. des. Annemarie Weber, Leiterin des Siebenbürgen-Instituts, bereitgestellt hatte, um den Zusammengang der beiden Institutionen auch museal zu veranschaulichen. (mehr...)
Die Siebenbürgische Bibliothek in Zahlen
Stand: 31.12.2009
Bestand: 75.518 Medieneinheiten Besucher in der Bibliothek: 777, davon 580 als Nutzer, 197 als Besucher. Neuzugänge 2009: 1.439 Titelnachweise im Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB): 36.334, davon 34.212 Monografien, 2.122 Periodika Katalogisate 2009: 2.656, Eigenkatalogisierung: 65,78% Benutzte Medien im Lesesaal: 8.167 Außer Haus entliehene Medien: 561 Nutzer des Nachlassarchivs: 130 Nutzer des Bildarchivs: 154
Siebenbürgische Handreichungen
Fotos und Schriften aus dem Besitz des Siebenbürgen-Instituts waren 2009 zu sehen in: - „Die Gerufenen – Deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa“. Eine Ausstellung des Bundes der Vertriebenen (BdV) im Berliner Kronprinzenpalais vom 16. Juli bis 30. August 2009
- Astrid Braisch (u. a.): "Scharosch bei Fogarasch: ein siebenbürgisches Dorf und seine Bewohner im 20. Jahrhundert". München, Verlag der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung, 2009
- Hansotto Drotloff (u. a.): "Mediasch: ein historischer Streifzug durch die siebenbürgisch-sächsische Stadt an der Kokel". Hermannstadt, Edition Schiller-Verlag, 2009
- Arne Franke: "Städte im südlichen Siebenbürgen". Potsdam, Deutsches Kulturforum östliches Europa, 2009
- Hans-Werner Schuster (Hg.): "60 Jahre Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland: Grundzüge seiner Entwicklung". München, Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, 2009
- Rainer Slotta, Volker Wollmann, Ion Dordea (Hg.): "Salz und Silber in Siebenbürgen". Bochum, Deutsches Bergbau-Museum, 2009. (Vollständiger Abdruck der fotokopierten Monografie über die Goldminen Siebenbürgens von Samuel Köleseri: Auraria Romano-Dacica, Pressburg, 1780, aus dem Besitz der Siebenbürgischen Bibliothek.)
Lagergrundbuch der Reener Schüler
Ein eher ungewöhnliches Dokument von der Flucht der Nordsiebenbürger Sachsen im Herbst 1944 ist unlängst in den Besitz des Siebenbürgen-Instituts gelangt. Es handelt sich um die Kopie eines sogenannten Lagergrundbuchs (heute würde man in Deutschland Lehrertagebuch bzw. in Rumänien Katalog sagen), geführt vom damaligen Reener Gymnasiallehrer Karl Gellner. Die Flucht aus Sächsisch-Reen im September 1944 sollte, wie Gellner in einem Begleitbrief die damaligen Überlegungen der Lehrer beschreibt, den Unterricht der Schuljugend möglichst nicht gefährden. Die Lehrerschaft der erst im Vorjahr gegründeten Deutschen Lehrerbildungsanstalt nahm deshalb eine Einladung zu einer "Kinderlandverschickung" wahr und zog zusammen mit ihren Zöglingen geschlossen in den Raum Reichenberg in Böhmen, wo ein "Deutsches Gymnasium Nordsiebenbürgen" bis März 1945 als Lagerschule funktionierte. Über die Schüler und ihre Leistungen, aber auch über das Wirtschaftspersonal und die Küchenvorräte wurde ordentlich Buch geführt. In den folgenden Monaten musste das Schülerlager kriegsbedingt aufgelöst werden. Im Sommer 1945 organisierte ein Teil der Reener Lehrer mit Hilfe des Österreichischen Roten Kreuzes einen Vorbereitungskurs für die erste Absolventenklasse, die es den jungen Leuten ermöglichte, ein ordentliches Abschlusszeugnis zu bekommen. Die Papierkopien des "Lagergrundbuchs" samt Begleitbrief sowie einem erklärenden Kurzbericht von Karl Gellner über das Lagergymnasium, ebenso die Kopie eines Berichts über die Flucht der Reener im September 1944, geschrieben vom damaligen Kreisleiter und Treckführer Andreas Schell, wurden dem Siebenbürgen-Archiv von Dr. Fritz Frank, Linz, übergeben. (AW)

Auflichtscanner angeschafft
An diesem neuen Auflichtscanner wird die Mitarbeiterin des Bildarchivs Jutta Fabritius (Foto) künftig wertvolle Bücher, Handschriften und Landkarten im Siebenbürgen-Institut digitalisieren. Das Gerät ermöglicht das Ablichten von Vorlagen bis zur Formatgröße DIN A2 und die Abspeicherung der Digitalisate in verschiedenen Formaten (JPG, TIF oder PDF). Eine spezielle Software ermöglicht die Ausleuchtung auch von tiefen Buchfalzen und korrigiert die etwaige schiefe Ausrichtung der Vorlage automatisch. Die verschiebbare Buchwippe ist für Bücher bis zu 10 cm Dicke ausgelegt, lose Blätter können mit Hilfe einer per Knopfdruck zu bedienenden Glasplatte fixiert werden. Das Gerät konnte dank einer Projektzuwendung des Bundes angekauft werden.
Kirchenmatrikeln vom Mikrofilm auf CD
Die Kirchenmatrikeln von etlichen siebenbürgischen Ortschaften wurden vor Jahren auf Mikrofilm gespeichert. Im Siebenbürgen-Institut gibt es noch ein Lesegerät für diese Filme. Doch möchte man heute die Daten möglichst digital zur Verfügung haben, was mit dem alten Lesegerät nicht gewährleistet werden kann. Zwei Heimatortsgemeinschaften (HOG), Girelsau und Martinsdorf, haben nun Frau Jutta Tontsch, Mitarbeiterin im Projekt Siebenbürger Genalogie, beauftragt, die Mikrofilme zu den betreffenden Ortschaften zu digitalisieren. Als Mitglied des Bremer Vereins für Familienforschung "Die Maus" hat Frau Tontsch Zugang zum Spezialscanner des dortigen Staatsarchivs. Da sie diese Arbeit ehrenamtlich macht, fällt nur eine Spende für den Verein an sowie eine Aufwandsentschädigung für die Reisekosten von ihrem Wohnort Hamburg nach Bremen. Bei Interesse kann Frau Tontsch auch für andere HOGs die Mikrofilme digitalisieren: Telefon 040-65389600, E-Mail J-tontsch@t-online.de.
Archivalien der Sektion Schulgeschichte
Professor Walter König (Reutlingen) hat 2009 dem Siebenbürgen-Institut ein Konvolut von Archivalien aus der Sammlung der Sektion Schulgeschichte des AKSL übergeben. Es handelt sich um: das "Große Gesetzbuch" des Hermannstädter Coetus Seminarii (vor 1912 angelegt und bis 1938 geführt), das "Unterrichtsbuch" der Hermannstädter Seminaristen (von 1935 bis 1939), zwei "Protokollbücher" der Handballmannschaft des Seminars, mit Berichten über die Spiele von 1933 bis 1948. Fotoalben dokumentieren erlebnisreiche Schulreisen (der Mediascher Schüler 1954 und der Schäßburger Bergschüler 1930 und 1960). Ein "Gedenkbuch" der Volksschule in Kleinprobstdorf (mit einer Ortschronik), verfasst vom ehemaligen Rektor Johann Schnell, sowie eine Chronik der Repser Schule 1944-1983 von Hedwig Kellner sind in Fotokopie im Konvolut vorhanden, ebenso die "Erinnerungen aus Kindheit und Jugend" von Harriet Schuller, geb. Bergleiter. Das Kernstück der Schenkung ist der Schriftennachlass von Andreas Kloos.
Der Nachlass von Andreas Kloos
Der Nachlass des ehemaligen Mediascher Lehrers und Schuldirektors Andreas Kloos (1915-1998), den Professor Walter König dem Siebenbürgen-Institut überbrachte, enthält u. a. Briefe an und von Kloos, Reden und Zeitungsausschnitte, amtliche Schreiben sowie einen die Sammlung strukturierenden und erklärenden Bericht ("Aus meinem Leben"). Kloos erarbeitete 1948 laut eigener Aussage gemeinsam mit Franz Lux (Banat), Doris Hensel (Hermannstadt) und Wolf von Aichelburg (damals Mediasch) die ersten Gymnasiallehrbücher für den Unterricht in deutscher Literaturtheorie und -geschichte an den neuen Staatsschulen. Diese Lehrwerke (vier Bände) erschienen 1949 im Bukarester Staatsverlag ohne die Namen ihrer Autoren. Kurz darauf übernahm Kloos auch die Erarbeitung der Deutschlehrbücher für die Allgemeinschule (zusammen mit Egon Machat, Maja Breckner, Grete Klaster-Ungureanu und Sevilla R?ducanu). Diese Lehrbücher waren, immer wieder neu aufgelegt und z. T. abgeändert, bis Anfang der 1970er Jahre im Gebrauch. Zwei Jahre lang war Kloos auch Schulinspektor für das deutsche Schulwesen im Gebiet der Großen und Kleinen Kokel, nach der Verwaltungsreform von 1950 wirkte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975 als Gymnasiallehrer und viele Jahre auch als Schuldirektor in Mediasch. Danach stellte er sich in den Dienst der evangelischen Kirche und wurde 1976 zum Bezirkskirchenkurator gewählt, ein Amt, das er bis zu seiner Aussiedlung nach Deutschland im Jahr 1982 innehatte.
Theatral Wochenblatt digital
Der ehemalige Geschäftsführer des Instituts für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen, Dr. Horst Fassel, arbeitet zur Zeit an der Herausgabe einer digitalen Transkription der Zeitung Theatral Wochenblatt (1778, Hermannstadt). Das elektronische Typoskript mit den zwölf erschienenen Nummern dieser ersten Zeitung Siebenbürgens, ergänzt durch Anmerkungen des Herausgebers, hat Dr. Fassel der Siebenbürgischen Bibliothek zur Verfügung gestellt. Das Typoskript kann bis zum Erscheinen der Druckausgabe hier eingesehen werden. Die Siebenbürgische Bibliothek besitzt lediglich eine Papierkopie des Theatral Wochenblatts.

Nachbarschaftsbuch der Heltauergasse erworben
In den Besitz der Siebenbürgischen Bibliothek ist dank der Unterstützung des Fördervereins und der Heimatgemeinschaft Hermannstadt eine Handschrift mit großer Bedeutung für Hermannstadt und das gesamte Siebenbürgen gelangt.
Der Titel der Handschrift lautet Der Niederster Heltner Gäßer Nachbarschafts Matrikel. Sie gliedert sich in vier Kapitel:
1. Die „Nachbarschafts Artikel nach welchen jeder Nachbar und Nachbarin leben muß“; 2. Die Tätigkeit der “NachbarHannen und BrunnenMeister“ (sie waren u. a. für die Verwaltung der Finanzen zuständig); 3. Der Kauf und Verkauf von Häusern (hier werden viele bekannte Patrizierfamilien erwähnt); 4. Die Spenden der Hauserwerbenden.
Das Nachbarschaftsbuch wurde im Jahre 1700 angelegt, die letzten Einträge stammen aus dem Jahr 1848. Sein Umfang beläuft sich auf etwa 100 beschriebene Seiten.
Der Zustand der in Leder gebundenen Schrift ist außerordentlich gut. Sie stellt eine sehr interessante Quelle zur Wirtschafts-, Sozial- und Alltagsgeschichte Hermannstadts dar und behandelt eine der bedeutendsten Straßen der Stadt. (GV)
Hetzeldorfer Schenkung
Die Hetzeldorfer HOG hat dem Siebenbürgen-Institut eine Mappe mit den Akten der Marktgässer-Nachbarschaft überantwortet. Sie enthält u. a. Nachbarschafts-Artikel mit handschriftlichen Einträgen aus den Jahren 1794 und 1806, eine Kundmachung von 1834, etliche Namenslisten mit der Übersicht der fälligen Zahlungen. Ebenso befinden sich darin die „Artikel“ (Satzung) der Hetzeldorfer Bruderschaft von 1792 und ein Bruderschafts-Statut von 1870.
Aus Hermannstädter Archiven
In Hermannstädter Archiven abfotografiert hat im August 2009 AKSL-Mitglied Klaus-Peter Awender etliche Matrikelbücher und alte Handschriften, so im Staatsarchiv die Hermannstädter Taufbücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie genealogisch relevante Handschriften aus der „Colecţia Brukenthal“ (461 Blatt). Die Digitalisate sind, da aus der Hand fotografiert, von unterschiedlicher Qualität (Tiefenschärfe). Sie können im Siebenbürgen-Institut eingesehen werden.
Aus dem Stadtpfarramt hat Herr Awender digitale Kopien der Traumatrikelregister 1648-1866 mitgebracht, die auf Anregung und auf Kosten der HG Hermannstadt kopiert wurden. Auch die Digitalisate der restlichen 13 Registerbände (Tauf-, Trau- und Totenmatrikel) werden in Bälde in Gundelsheim vorliegen.

Rumänische Generalkonsulin besucht Siebenbürgische Bibliothek
Die rumänische Generalkonsulin Brânduşa Predescu und Vizekonsul Michael Fernbach besuchten am 7. Juli 2009 die Siebenbürgische Bibliothek. Die beiden Diplomaten des Münchner Generalkonsulats haben beide eine deutsche Schulbildung in Rumänien genossen, studierten Germanistik in Bukarest bzw. Temeswar, bevor sie im Ausland ihre Studien fortsetzten - Predescu in Wien, Fernbach in Bristol und Würzburg. Predescu arbeitet seit 1993 im diplomatischen Dienst, Fernbach seit 2003, vorher war er drei Jahre lang Mitarbeiter der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der Größe und Vielfalt der Gundelsheimer Sammlungen, inbesondere Dokumente zur rumänischen Zeitgeschichte weckten das Interesse der Generalkonsulin, die sich auch gleich als Nutzerin der Bibliothek eintragen ließ und ein Buch auslieh. Im Bild (v.l.n.r.): Bibliothekar Christian Rother, Generalkonsulin Brânduşa Predescu, Geschäftsführerin Annemarie Weber und Vizekonsul Michael Fernbach.
Liebe Autorinnen und Autoren!
Die Siebenbürgische Bibliothek in Gundelsheim wird gern als "sächsische Nationalbibliothek" bezeichnet. Das heißt nichts anderes, als dass die Bibliothek alles sammelt und zur Verfügung stellt, was Siebenbürger Sachsen je geschrieben und publiziert haben. Darüber hinaus sammelt sie die weltweit erscheinende Fachliteratur über Siebenbürgen und die Siebenbürger.
Die von uns angestrebte Vollständigkeit der Sammlungen ist ein hohes Ziel, dem wird nur in stetigem und gemeinsamem Bemühen näher kommen können. Deshalb bitte ich Sie: Schicken Sie uns Ihre Publikationen unaufgefordert und kostenlos zu. Wenn Sie diese Möglichkeit nicht haben, weil Ihr Buch in der Anschaffung für Sie zu teuer ist, veranlassen Sie Ihren Verlag, ein Belegexemplar der Siebenbürgischen Bibliothek zukommen zu lassen, oder bitten Sie Freunde, Ihnen ein besonderes Geburtstagsgeschenk zu machen, indem sie Ihre Publikation für die Bibliothek besorgen. Auch Redemanuskripte, Broschüren Ihrer Nachbarschaft oder im Selbstverlag veröffentlichte Bücher haben ihren Platz in der Siebenbürgischen Bibliothek.
Die Bibliotheksstiftung und der Verein der Freunde und Förderer sammeln Geld, damit "unsere Nationalbibliothek" auch in Zukunft, von unseren Kindern und Enkelkindern und von Forschern und Interessenten in Deutschland und in aller Welt genutzt werden kann. Sie haben als Autorin bzw. Autor die Möglichkeit, wesentlich zur Aktualität, Vollständigkeit und Qualität unserer Bibliothek beizutragen, indem Sie uns möglichst sofort nach Erscheinen Ihre Publikationen schenken. Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Großzügigkeit.
Annemarie Weber Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Siebenbürgen-Institut
Die Anschrift der Siebenbürgischen Bibliothek: Siebenbürgen-Institut, Siebenbürgische Bibliothek, Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim
Dank für alle Spenden an die Siebenbürgische Bibliothek
"Schicken Sie uns Ihre Publikationen unaufgefordert und kostenlos zu", baten wir in der Siebenbürgischen Zeitung vom 21. Juni 2009 und bitten wir weiterhin auf unserer Homepage (siehe oben). Seither sind etliche Landsleute diesem Aufruf gefolgt und haben uns die von ihnen verfassten Bücher und Aufsätze geschickt, die in unserem Bestand fehlten, oder sie haben uns noch unveröffentlichte Typoskripte sowie Fotos, Alben u.a.m. anvertraut, ebenso Tagebücher und Aufzeichnungen aus dem Familienbesitz oder sorgfältig erstellte Transkriptionen interessanter Eintragungen in Familienbüchern. Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Siebenbürgen-Instituts danke ich allen auch an dieser Stelle herzlich dafür, dass sie ihrer moralischen Pflicht, an der Pflege unserer "Nationalbibliothek" in Gundelsheim teilzunehmen, aktiv und großzügig nachgekommen sind.
Bei Neuerscheinungen stellen wir indes noch eine große Zurückhaltung fest. In vielen Fällen müssen wir die Autorinnen und Autoren sowie die Übersetzer und Übersetzerinnen von Romanen, Gedichtbänden, Kochbüchern, Kalendern oder Musik-CDs und Film-DVDs erst mit einem Bittschreiben persönlich ansprechen. Das kostet uns Zeit und Geld, Geld, das wir nicht einfach "haben", sondern das wir ebenfalls einwerben müssen. Die gesamten Anschaffungen für die Siebenbürgische Bibliothek werden bekanntlich aus den Spenden bezahlt, die der Verein der "Freunde und Förderer" sammelt. Ebenso muss der Förderverein sich auch an der Entlohnung der Bibliotheksmitarbeiterinnen beteiligen. Wer uns sein frisch erschienenes Werk schenkt, entlastet somit diejenigen, die Geld spenden.
Es gibt auch etliche siebenbürgische Persönlichkeiten, die für die Bibliothek sowohl Geld spenden als auch ihre Publikationen kostenlos zur Verfügung stellen und darüber hinaus weitere Unterstützer und Interessenten für unsere geistigen Schätze werben. Ihnen gebührt unser besonderer Dank. Jedoch haben sie auch bessere Möglichkeiten als die sogenannten einfachen Leute, die über geringe finanzielle und gesellschaftliche Mittel verfügen. Für den Fortbestand der Siebenbürgischen Bibliothek zählen indes sowohl die großen Spenden und Buchschenkungen als auch die kleinen und kleinsten, die dem Spender oft große Opfer abverlangen. Nur wenn möglichst viele, im Idealfall wenn wir alle für die Siebenbürgische Bibliothek etwas übrig haben, wird sie "unsere" Bibliothek bleiben können, und darüber hinaus für Forscher aus der ganzen Welt weiterhin die aktuelle, gut gepflegte und gern besuchte Fachbibliothek für Transylvanica sein, die sie heute schon ist.
Annemarie Weber Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Siebenbürgen-Institut
 - Dr. Dr. h.c. Christoph Machat. Foto: Siegbert Bruss (SbZ)
Dehio-Preis an Christoph Machat
Der vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam vergebene und mit 12.000 Euro dotierte Georg-Dehio-Kulturpreis wurde 2009 dem Vorsitzenden des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates, dem Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Machat, zugesprochen. Der Ehrenpreis ging an den polnischen Publizisten und Forscher der Heimat- und Regionalgeschichte, Zbigniew Czarnuch.
Der in Schäßburg geborene und seit 1972 in der Bundesrepublik Deutschland lebende Christoph Machat hat sich seit Jahrzehnten in der Erforschung, Dokumentation und Erhaltung des bauhistorischen Erbes in Siebenbürgen große und bleibende Verdienste erworben. Unter seiner Leitung führte der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturrat in den 1990er Jahren eine flächendeckende Erfassung der von den Deutschen geprägten Kulturlandschaften Siebenbürgens durch. Die auf dieser Forschungsarbeit basierende, von Machat herausgegebene zweisprachige (deutsch und rumänisch erschienene) Buchreihe “Denkmaltopographie Siebenbürgen” kann als vorbildlich auch für andere Gebiete in Ostmitteleuropa gelten. Die Preisverleihung fand am 13. Oktober 2009 in Berlin statt.
Über 3000 Burzenland-Fotografien digitalisiert
Geschätzte 8.000 Abzüge, Glasnegative und Dias mit Abbildungen aus Kronstadt und dem Burzenland befinden sich im Fotoarchiv des Siebenbürgen-Instituts (SI). Nicht ganz die Hälfte davon ist aufgrund eines Kooperationsvertrags zwischen dem SI und der Honterusgemeinde in Kronstadt von Jutta Fabritius digitalisiert worden und soll ab Mitte des Jahres sowohl im Archiv der Honterusgemeinde in Kronstadt als auch in Gundelsheim zugänglich sein.
Der größte Teil der Bilder stammt von den drei weithin bekannten Kronstädter Fotografen Marie Gebauer, die ihr Atelier um 1912 eröffnete, Heinrich Gust (1887-1969) und Oskar Netoliczka (1897-1970). Bedeutende Bestände sind diejenigen von Emil Fischer und Veronica Filimon. Josef Glatzl, ein Österreicher, der lange in seiner Wahlheimat Kronstadt gelebt hat, fotografierte in den 1930er Jahren Kirchenburgen, Kirchgang, Flugvorführungen und Volksfeste. Ein großer Bestand ist der von Heinrich Gust - hier findet man von Skiwettkämpfen bis zu Gebäuden und Personen ein breites Spektrum an Themen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen seine Industriefotografien. Umfangreich ist auch die Sammlung von Marie Luise Schuster, die ihr Leben als Lehrerin bei zahlreichen schulischen Anlässen dokumentierte. Eine Sonderstellung nehmen die Foto-Text-Dokumentationen von Wilhelm Gunesch ein, der seine Heimatstadt und Auszüge aus ihrer Geschichte in den 1980er Jahren in Bildern und sehr persönlichen Texten festgehalten hat. Nicht unerwähnt bleiben soll der umfassende fotografische Bestand der "Denkmaltopographie Siebenbürgen", der z. T. veröffentlicht wurde.
Archiv der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Österreich
Ein maßgeblicher Teil des Archivs der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Österreich ist seit November 2008 im Oberösterreichischen Landesarchiv (OÖLA) einsehbar. Es handelt sich um etwa 15 Laufmeter Schriftgut, das sich durch die Vereinstätigkeit der in Oberösterreich ansässig gewordenen Nordsiebenbürger auf Landes- und Bundesebene aus der unmittelbaren Nachkriegszeit und bis zum Jahr 2000 bei Obmann Dr. Fritz Frank angesammelt hatte und nunmehr in 42 Kartons geordnet zur historischen Aufarbeitung bereitliegt. Das Inhaltsverzeichnis liegt im Siebenbürgen-Institut vor, kann aber auch online auf der Homepage des OÖLA eingesehen werden.
Besondere Fundstücke dürften die Personaldokumente aus der Kriegszeit und unmittelbaren Nachkriegszeit sein (Wohnungsanweisung, Identitätskarte, viersprachiger Personalausweis, Aufenthaltserlaubnis, Betreuungskarte der Zentralberatungsstelle der Volksdeutschen u. a.). Ebenso eine Erfassungsliste von nahezu 11.000 Siebenbürger Sachsen, die sich 1952 für eine Übersiedlung aus Österreich ins Ruhrgebiet im Rahmen der sogenannten Kohlenaktion eintragen ließen. Aufbewahrt sind aber auch die Protokolle und Berichte der Vereinssitzungen auf Bundes- und Landesebene, Satzungsentwürfe und Satzungen, Eingaben zu Entschädigungs- und Pensionsfragen, Unterlagen und Berichte über die Kontakte zu österreichischen und rumänischen Behörden, die Dokumentation der seit 1948 in Wels abgehaltenen „Heimattage“ u.a.m.
Das Verzeichnis des landsmannschaftlichen Archivs findet man über den Suchverlauf: www.landesarchiv-ooe.at → Bestände → Weitere Bestände → Vereinsarchive → Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Oberösterreich → Verzeichnis.
Tagebücher Otto Folberth
Der Schriftsteller und Publizist Otto Folberth (1896-1991) hatte mit 14 Jahren begonnen, Tagebuch zu führen. 1990 machte er seine letzten Einträge. Eine persönliche Chronik aus 80 Jahren dokumentieren die Tagebücher des wortgewandten Mediaschers, der an zwei Weltkriegen teilgenommen und die politischen und sozialen Veränderungen in Siebenbürgen und Mitteleuropa zwischen den Weltkriegen erlebt und aufgezeichnet hat. Die Tagebücher wurden unlängst dem Siebenbürgen-Institut von dem in Südamerika lebenden Sohn Paul Folberth im Original und in digitaler Transkription geschenkt. Sie können im Archiv des Instituts in Gundelsheim, Schlossstraße 41, eingesehen werden. Ebenso die digitale Kopie einer Website, die Paul Folberth mit den Kriegsberichten seines Vaters zeitweilig im Internet unterhalten hat.

Rollende Regale
Eine neue Rollanlage für 217 Regalmeter Bücher wurde Ende Oktober 2008 in der Siebenbürgischen Bibliothek montiert. Die Finanzmittel spendete der Verein der Freunde und Förderer der Bibliothek. Die Rollanlage dient dazu, die erfreulicherweise stetig steigende Anzahl von Büchern in der Bibliothek aufzunehmen. Der letzte noch verfügbare Raum wurde in Eigenleistung für die Aufnahme der Anlage renoviert.
Die Stiftung für Kunst, Kultur und Denkmalpflege der Kreissparkasse Heilbronn hat dankenswerterweise einen Zuschuss von 4000 Euro zu den Kosten der Rollanlage gewährt. Die offizielle Überreichung der Förderung in Form einer symbolischen Scheckübergabe erfolgte am 25. März 2009.
Unser Bild: Der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Siebenbürgischen Bibliothek, Uwe Konst, präsentiert den symbolischen Scheck. Flankiert wird er von Marco Muschal (links) stellvertretender Direktor der Kreissparkasse Heilbronn, und Thomas Weigelt, Filialleiter der KSK in Gundelsheim, sowie der Gundelsheimer Oberbürgermeisterin Heike Schokatz (rechts aussen) und der Geschäftsführerin der unter dem Dach des Siebenbürgen-Instituts vereinigten Kultureinrichtungen, Annemarie Weber.
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