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Siebenbürgische Bibliothek
Schloss Horneck
74831 Gundelsheim
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2016 erschienen

Communitäts-Verhandlungsprotokoll der Marktgemeinde Zeiden 1800-1866. Hgg. Liviu Cîmpeanu, Bernhard Heigl, Thomas Șindilariu. Aldus und AKSL 2016 (Quellen zur Geschichte der Stadt Kronstadt 11), 528 Seiten. € 40,- (für AKSL-Mitglieder € 28,-), ISBN 978-3-946779018.

Anhand dieses ersten Bandes, der die Serie der Protokollbände der Verhandlungen der Zeidner Communität eröffnet, lässt sich in exemplarischer Weise nachvollziehen, wie eine große Landgemeinde, die damals ausschließlich von Siebenbürger Sachsen geleitet wurde, funktioniert hat. Administrative, politische, wirtschaftliche aber auch kulturelle und kirchliche Fragen werden darin berührt und lassen in der Zusammenschau ein Bild von der damaligen Lebenswelt unter Einschluss der interethnischen Beziehungen (v.a. zu Rumänen) entstehen. Fragen des Verhältnisses zu den übergeordneten zivilen und militärischen Stellen sowie die zaghafte, aber doch nachhaltige Modernisierung spielen in diesem Band eine bedeutsamere Rolle als die revolutionären Ereignisse von 1848-1849. Die Aufnahme des Bandes in die Reihe "Quellen zur Geschichte der Stadt Kronstadt" erfährt durch zahlreiche Bezüge zu Kronstadt, dem urbanen Zentrum des seit jeher eng miteinander verworbenen Burzenlands, seine Berechtigung.

 

Das Gerichtsbuch des Kronstädter Rates (1558-1580). Hg. Julia Derzsi. Aldus und AKSL 2016 (Quellen zur Geschichte der Stadt Kronstadt 10), 228 Seiten. € 30,- (für AKSL-Mitglieder € 21,-), ISBN 978-3-946779001.

Das Gerichtsbuch des Kronstädter Rates (1558-1580) ist aus mehreren Gründen von überlokaler Bedeutung. Es ist das einzige erhalten gebliebene Gerichtsprotokoll der deutschen Bevölkerung Siebenbürgens aus der betreffenden Zeitspanne und erlaubt einen tiefen Einblick in die Gerichtspraxis jener Zeit. Ferner sind die Bezüge zur Kodifizierung des Rechts der  Siebenbürger Sachsen bis auf die personale Ebene hinab nachvollziehbar. Matthias Fronius, der Herausgeber des „Eigenlandrechts der Siebenbürger Sachsen“ (1583), legte das Gerichtsbuch an. Eine zentrale Quelle wird so für ein breites Publikum und die Forschung zugänglich.

 

 

 

Umbruch mit Schlachtenlärm. Siebenbürgen und der Erste Weltkrieg. Hg. Harald Heppner. Köln und Wien: Böhlau-Verlag 2016 (Siebenbürgisches Archiv 44), 448 Seiten. € 40,– (für AKSL-Mitglieder € 28,–), ISBN 978-3-41250516-5.

Der neue Band der Reihe „Siebenbürgisches Archiv“ enthält die Vorträge der 49. Jahrestagung des AKSL in Graz 2014: „Siebenbürgen und der Erste Weltkrieg“. Er bietet viele neue Forschungsergebnisse, in denen die komplexen Zusammenhänge zwischen In- und Ausland beziehungsweise zwischen Militär- und Zivilsphäre erhellt werden. Die Schwerpunkte liegen zum einen auf individuellen und kollektiven Fallbeispielen, in denen die Kriegsfurie auf verschiedene Weise gewütet hat, und zum anderen, auf der Betrachtung wie  die Atmosphäre des Krieges die mentale Erosion zwischen den Ethnien vorantrieb, so dass die Zeitgenossen gezwungen wurden, 1918 neue Wege der politischen Ordnung zu suchen. Der Zeitbogen der Beiträge reicht von den Jahren vor Kriegsausbruch bis in die Zwischenkriegszeit.

 

 

„zu urkundt in das Stadtbuch lassen einschreiben.“ Die ältesten Protokolle von Hermannstadt und der Sächsischen Nationsuniversität (1522-1565). Bearbeitung und Einleitung von Mária Pakucs-Willocks. Herausgegeben vom Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde und dem Institut für Deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas. Bonn und Hermannstadt: Schiller Verlag 2016 (Quellen zur Geschichte der Stadt Hermannstadt, Band 5). 365 S., 3 Faksimile. € 18,90 (für AKSL-Mitglieder € 13,23), ISBN 978-3-94452974-5.

Das erste Stadtbuch von Hermannstadt ist ein historisches Dokument von besonderer Bedeutung. Als programmatisches und politisches Instrument par excellence, hatte das Stadtbuch den erklärten Zweck, politische Entscheidungen des Stadtrats und der Sächsischen Nationsuniversität festzuhalten sowie alle Beschlüsse juristischer oder politischer Art der Nachwelt zu überliefern. In großem Umfang betreffen die Einträge dieses Bandes Fragen der Stadt und der Dörfer, die der Hermannstädter Rechtsprechung unterlagen. Er enthält allerdings auch eine Reihe von 27 Urteilen und rechtlichen Verfügungen der Sächsischen Nationsuniversität. Ihre Sitzungen und deren Beschlüsse wurden ab 1544 auch in separate Bände aufgenommen. Der vorliegende Band enthält auch einige Streitfälle zwischen Bewohnern anderer sächsischer Städte (Bistritz, Klausenburg), die streng genommen außerhalb der Gerichtsbarkeit des Stuhles Hermannstadt standen, aber von der Sächsischen Nationsuniversität als Appellationsgericht entschieden wurden.

 

Michaela Nowotnick: Die Unentrinnbarkeit der Biographie. Eginald Schlattners Roman „Rote Handschuhe“ als Fallstudie zur rumäniendeutschen Literatur. Köln und Wien: Böhlau Verlag 2016 (Studia Transylvanica, Band 45). 384 S. € 50,00 (für AKSL-Mitglieder € 35,00), ISBN 978-3-41250344-4.

Der im Jahr 2000 erschienene Roman Rote Handschuhe von Eginald Schlattner gilt als ein wichtiger Beitrag zur Darstellung des kommunistischen Regimes in Rumänien. Zugleich sind Werk und Autor heftig umstritten. Ursachen hierfür finden sich in den bislang nur unzureichend aufgearbeiteten Hinterlassenschaften zweier Diktaturen. Die Verortung des Romans im Spannungsfeld von Autobiographie und fiktionalem Schreiben hat zudem maßgeblich dessen Rezeption beeinflusst.

 

 

2015 erschienen

Die Deutschen in Rumänien 1944-1953: Eine Quellensammlung, herausgegeben von Annemarie Weber unter Mitarbeit von Hannelore Baier. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag 2015 (Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens, Band 35). 408 S., € 49,90 (für Mitglieder € 34,93), ISBN 978-3-41222528-5.

Aus der Position einer privilegierten Volksgruppe im Königreich Rumänien fielen die Deutschen nach dem von König Michael I. betriebenen Seitenwechsel des Landes im August 1944 in den Status einer als „Hitleristen“ verfemten, teilweise verfolgten und schließlich entrechteten und enteigneten Minderheit zurück. Sie wurden jedoch nicht aus Rumänien vertrieben und fanden allmählich als Werktätige deutscher Nationalität in der Volksrepublik Rumänien einen neuen Platz. Dieser dramatische Abschnitt in der Geschichte der deutschen Minderheiten des heutigen Rumäniens wird im vorliegenden Band anhand bisher überwiegend unbekannter und ins Deutsche übersetzter Quellen der Jahre 1944 bis 1953 nachgezeichnet.

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

 

Johannes Honterus: Rudimenta Cosmographica. Grundzüge der Weltbeschreibung. Corona/Kronstadt 1542. Hg. im Auftrag des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt in Zusammenarbeit mit dem AKSL, Heidelberg/Hermannstadt von Robert Offner, Harald Roth, Thomas Sindilariu und Ulrich Wien. Hermannstadt: Schiller-Verlag 2015. 364 S., € 17,80 (für AKSL-Mitglieder € 12,46), ISBN 978-3-9445296-22.

Die Rudimenta cosmographica (»Grundzüge der Weltbeschreibung«) ist das weltweit bekannteste Druckwerk des Kronstädter Humanisten Johannes Honterus. Dabei handelt es sich um eine naturkundliche Schulenzyklopädie in einprägsamen Hexametern mit einem Weltatlas in Taschenformat, die bei ihrem Erstdruck im 16. Jahrhundert einzigartig und sehr modern war. Trotz ihrer beeindruckenden Verbreitung in Europa wurde die »Weltbeschreibung« von der Fachwelt – sehr zu Unrecht – kaum wahrgenommen. Das bedeutendste Werk des historisch wohl berühmtesten Siebenbürger Sachsen findet sich in diesem Band als Faksimile der Auflage von 1542 (Kronstadt) in voller Länge zusammen mit Übersetzungen in hexametrischer Versform auf Deutsch, Rumänisch und Ungarisch, den Hauptsprachen Siebenbürgens, sowie mit einführenden Kommentaren, Erläuterungen, Bio-Bibliographie sowie zeitgenössischen Illustrationen.

 

2014 erschienen

Siebenbürgisch-Sächsisches Wörterbuch. Zehnter Band (S-Sche). Bearbb. Sigrid Haldenwang und Malwine Dengel. Bucureşti: Editura Academiei Române und Köln, Weimar, Wien: Böhlau-Verlag 2014. 319 S., € 64,90 (für AKSL-Mitglieder € 45,43), ISBN 978-3-412-22410-3

Das Siebenbürgisch-Sächsische Wörterbuch erfasst den Gesamtwortschatz der Siebenbürger Sachsen, die seit dem 13. Jahrhundert im Karpatenhochland siedelten, jedoch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und vor allem nach 1989 mehrheitlich die angestammten Gebiete verlassen haben, um nach Deutschland und Österreich, aber auch in die USA und nach Kanada auszuwandern. Das Siebenbürgisch-Sächsische ist eine überwiegend moselfränkisch geprägte Reliktmundart, teilweise auf dem Entwicklungsstand des Mittelhochdeutschen. Die in den Wörterbuchartikeln aufgeführten Beispiele können als Dokumentation eines im Untergang begriffenen Dialekts gelten. Das Wörterbuch wird  im Institut für gesellschaftswissenschaftliche Forschungen der Rumänischen Akademie in Hermannstadt (Sibiu) bearbeitet und erscheint seit dem Band 6 (Buchstabe L) im Böhlau Verlag.

 

Gernot Nussbächer: Aus Urkunden und Chroniken. Beiträge zur siebenbürgischen Heimatkunde: Band 14: Kronstadt. Zweiter Teil. Kronstadt und Heidelberg: Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde 2014. 268 S., € 12,80. ISBN 978-973-7822-80-2.

Der Band beinhaltet 32, bereits früher publizierte historische und heimatkundliche Beiträge  des Verfassers zur Kronstadts, etwa zu den Befestigungen außerhalb der Stadtmauern um die Innere Stadt, oder zu kirchlichen Bauten und anderen historisch bedeutsamen Gebäuden sowie Straßenzügen.

Die Beiträge erschienen in den Jahren 1972-2014 vor allem in der in Kronstadt erscheinenden Wochenzeitung „Karpatenrundschau“ aber  auch in anderen Zeitungen wie „Neuer Weg“, „Kirchliche Blätter“, „Neue Kronstädter Zeitung“ oder „Drum nou“ sowie in Jahrbüchern wie „Komm mit“ oder „Deutsches Jahrbuch für Rumänien“. Die Beiträge wurden dabei für die diese Veröffentlichung nicht bzw. nur vereinzelt leicht überarbeitet, sollen Sie doch auf diese Weise ihren zeitdokumentarischen Wert behalten. Allerdings findet sich zu jedem Beitrag eine Ergänzung des Verfassers zur Ersterscheinung sowie ein bibliographischer Anmerkungsapparat.

 

Die Securitate in Siebenbürgen. Hgg. Joachim von Puttkamer, Stefan Sienerth, Ulrich A. Wien. Köln u.a.: Böhlau Verlag 2014 (Siebenbürgisches Archiv 43), 432 S., € 39,90 (für AKSL-Mitglieder: € 27,00), ISBN 978-3-412-22253-6.

Seitdem die Akten der Securitate öffentlich zugänglich sind, wurde deutlich, wie eng auch die deutsche Minderheit des Landes vom rumänischen Geheimdienst überwacht worden war. Spektakuläre Enttarnungen zeigten, wie stark vor allem deutsche Schriftsteller, aber auch die Evangelische Kirche in Siebenbürgen unter Druck geraten waren. Der vorliegende Band stellt solche Einzelfälle in einen größeren Zusammenhang und untersucht das Vorgehen der Securitate auch gegenüber Ungarn und Rumänen in Siebenbürgen. Bis heute wirken die damaligen Bedrängnisse und Verletzungen nach.

 

 

 

2013 erschienen

Gernot Nussbächer: Aus Urkunden und Chroniken. Beiträge zur siebenbürgischen Heimatkunde: Band 13: Kronstadt. Erster Teil. Kronstadt und Heidelberg: Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde 2013. 256 S., für AKSL Mitglieder € 12,80. ISBN 978-3-9298-4898-4.

Der Band beinhaltet 33, bereits früher publizierte historische und heimatkundliche Beiträge  des Verfassers zur Kronstadts.

Die Beiträge erschienen in den Jahren 1971-2012 vor allem in der in Kronstadt erscheinenden Wochenzeitung „Karpatenrundschau“ aber  auch in anderen Zeitungen wie „Neuer Weg“, oder „Drum nou“ sowie in Jahrbüchern wie „Komm mit“ oder „Deutsches Jahrbuch für Rumänien“. Die Beiträge wurden dabei für die diese Veröffentlichung nicht bzw. nur vereinzelt leicht überarbeitet, sollen Sie doch auf diese Weise ihren zeitdokumentarischen Wert behalten. Allerdings findet sich zu jedem Beitrag eine Ergänzung des Verfassers zur Ersterscheinung sowie ein bibliographischer Anmerkungsapparat.

 

Gernot Nussbächer: Aus Urkunden und Chroniken. Beiträge zur siebenbürgischen Heimatkunde: Band 11: Kreis Hermannstadt (He-J). Kronstadt und Heidelberg: Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde 2013. 284 S. ISBN 978-973-782277-2.

Der Band umfasst 49 Beiträge zu Ortschaften und Persönlichkeiten im bzw. um Hermannstadt mit einem Schwerpunkt auf Heltau, Hermannstadt und Hetzeldorf.

Die Beiträge erschienen bereits in deutschsprachigen Periodika Rumäniens, etwa in „Die Woche“, der „Hermannstädter Zeitung“, der „Volkszeitung“, der „Karpatenrundschau“, im „Neuer Weg“, in der „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ oder in den „Kirchlichen Blättern“ Mit wenigen Ausnahmen wurden sie für diese Publikation unverändert belassen, nur vereinzelt wurden leichte Überabeitungen eingefügt. Ergänzt wurden die Beiträge allerdings um bibliographische Anmerkungen.

 

Toleranţă, Coexistenţă, Antagonism. Percepţii ale diversităţii religioase în Transilvania, între reformă şi illuminism [Toleranz, Koexistenz, Antagonismus. Wahrnehmungen religiöser Vielfalt in Siebenbürgen zwischen Reformation und Aufklärung]. Herausgegeben von Joachim Bahlcke und Konrad Gündisch. Cluj-Napoca: Editura MEGA 2013, 393 S., s/w und farbige Abbildungen. € 8,00, ISBN: 978-606-543-333-5.

Siebenbürgen hat im Laufe der Jahrhunderte eine außergewöhnliche religiöse Vielfalt hervorgebracht: orthodoxe, römisch- und griechisch-katholische, lutherische, calvinistische und unitarische Christen sowie Juden waren und sind hier zu Hause. Auf der Grundlage von Reisebe­richten, Autobiographien und Landesbeschrei­bungen werden die Wahrnehmungen der religiö­sen Vielfalt in Siebenbürgen untersucht. So soll ein quellennahes Bild frühneuzeitlicher Tole­ranz- und Koexistenzvorstellungen entstehen. Neben der Wahrnehmung der jeweils anderen Glaubensrichtung werden auch die Selbstbilder und Abgrenzungsstrategien der verschiedenen Gruppen behandelt, ebenso wie die Frage, inwieweit die seit etwa 1570 sprichwörtlich gewordene religiöse Toleranz in Siebenbürgen tatsächlich gelebt wurde. Dabei werden nicht nur Perspektiven der Beteiligten aus Siebenbürgen berücksichtigt, sondern auch und vor allem die Beobachtungen von Fremden aus ganz Europa und dem Orient.

Der Band vereint die auf der 43. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg (AKSL) vom 18. bis 20. September 2008 in Stuttgart gehaltenen Beiträge.

Das Buch kann zum Preis von 8 € zuzüglich Versandkosten bezogen werden bei: Siebenbürgen-Institut, Schloß Horneck, 74831 Gundelsheim/Neckar, info@siebenbuergen-institut.de.

 

Thomas Frühmesser: Hans Otto Roth: Biographie eines rumäniendeutschen Politikers (1890-1953). Köln: Böhlau Verlag 2013 (Studia Transylvanica 43), 352 S., € 44,90 (für AKSL-Mitglieder: € 31,43), ISBN 978-3-412-21026-7.

Der siebenbürgisch-sächsische Jurist Dr. Hans Otto Roth (1890-1953) hatte in der Zwischenkriegszeit wichtige politische und kirchliche Ämter inne. Seit 1922 leitete er die deutsche Parlamentspartei und war als Landeskirchenkurator seit 1932 Stellvertreter des Bischofs der Evangelischen Landeskirche A.B. in Rumänien. Seine nationalkonservative Prägung hielt ihn auf Distanz zur nationalsozialistischen Bewegung und zur Volksgruppenführung. Er unterstützte die wertkonservative Opposition und intervenierte im Herbst 1944 zugunsten der bedrängten Deutschen Rumäniens. Bereits Ende 1945 schwand jedoch sein Einfluss. Politisch motivierte Prozesse sollten sein Ansehen schädigen. Im Lager Gencea inhaftiert ist er 1953 gestorben. Thomas Frühmesser legt jetzt seine Biographie vor.

 

 

Generalprobe Burzenland. Neue Forschungen zur Geschichte des Deutschen Ordens in Siebenbürgen und im Banat. Herausgegeben von Konrad Gündisch. Köln: Böhlau Verlag 2013 (Siebenbürgisches Archiv 42), 278 S., 62 s/w Abb., € 32,90 (für AKSL-Mitglieder: € 23,03), ISBN 978-3-412-21094-6.

Im Jahre 1211 wurde der Deutsche Orden vom ungarischen König Andreas II. ins siebenbürgische Burzenland berufen, wo er eine wichtige Missions-, Aufbau- und Verteidigungsarbeit geleistet hat. Gleichzeitig aber hat er durch sein Streben, sich ausschließlich dem Papst zu unterstellen und in Siebenbürgen ein eigenes Herrschaftsgebiet aufzubauen, einen Konflikt mit dem ungarischen Königtum heraufbeschworen, der schon 1225 zur Vertreibung des Ordens führte. Die siebenbürgische Episode des Deutschen Ordens, die in den Beiträgen dieses Bandes beleuchtet wird, gilt als "Generalprobe" für das Missions- und Siedlungswerk des Ordens in Preußen und für den Aufbau eines eigenen, mächtigen Ordensstaates.

 

Radikale Reformation. Die Unitarier in Siebenbürgen. Herausgegeben von Ulrich A. Wien, Julia Brandt und András F. Balogh. Köln: Böhlau Verlag 2013 (StudiaTransylvanica 44), 397 S., € 49,90 (für AKSL-Mitglieder: € 34,93), ISBN 978-3-412-21073-1.

Die in diesem Sammelband vereinten Beiträge enthalten neue Forschungen zur Geschichte der Unitarier in Siebenbürgen, einer der vier seit dem 16. Jahrhundert anerkannten und bis ins 19. Jahrhundert hinein zugleich staatstragenden Konfessionen: Behandelt werden u.a. die Antikenrezeption der Unitarier, vorreformatorische Trinitäts-Diskussionen, die Rezeption und Konfessionskultur der siebenbürgisch-sächsischen Antitrinitarier, die Positionen von Franz Davidis und Jakobus Paläologus, der Sabbatarianismus, die Religionspolitik, unitarische Liturgien, späthumanistische Kontexte sowie die Verbindungen zur Nürnberg-Altdorfer Universität. Insgesamt wird damit eine handbuchartige Übersicht zur Unitarischen Kirche Siebenbürgens der Vormoderne vorgelegt.

 

 

Franz Zimmermann: Zeitbuch. Autobiographische Aufzeichnungen eines Hermannstädter Archivars (1875-1925). Herausgegeben von Harald Zimmermann. Köln: Böhlau 2013 (Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens 34), 260 S., € 34,90 (für AKSL-Mitglieder € 24,43).

Der Hermannstädter Archivar, Urkundeneditor und Historiker Franz Zimmermann (1850-1935) war der erste am renommierten Wiener Institut für österreichische Geschichtsforschung ausgebildete Fachmann, der in Siebenbürgen tätig geworden ist. Er hat einen wesentlichen Beitrag zur Versachlichung der Siebenbürgen-Forschung geleistet. Seine als »Zeitbuch« geführten handschriftlichen Aufzeichnungen, die hier in einer wissenschaftlich-kritischen Edition herausgegeben werden, bereichern die siebenbürgische Geschichtsschreibung und geben darüber hinaus Auskunft über die allgemeinen Zeit- und Lebensumstände am Ausgang des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie über die Situation eines unabhängigen Gelehrten in einer dem Zeitgeist verhafteten Gesellschaft.

2012 erschienen

Schriftsteller-Lexikon der Siebenbürger Deutschen. Bio-Bibliographisches Handbuch für Wissenschaft, Dichtung und Publizistik. Bd. X (Buchstaben Q-R bis Sch). Herausgegeben von Harald Roth. Köln: Böhlau Verlag 2012 (Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens 7/X). VI, 441 S., € 54,90 (für AKSL-Mitgl. € 38,43). ISBN 978-3-412-20758-8.

Dieses bio-bibliographische Handbuch will alle deutschsprachigen Schriftschaffenden Siebenbürgens erfassen. Neben Kurzbiographien bietet es umfangreiche bibliographische Daten zum Werk der Autoren und zu deren Rezeption. In Fortführung des »Schriftsteller-Lexikons der Siebenbürger Deutschen«, dessen Bände I bis IV erstmals zwischen 1868 und 1902 veröffentlicht und 1983 nachgedruckt wurden, werden jetzt neben Ergänzungen auch die Autoren der Geburtsjahrgänge bis 1915 berücksichtigt. Von der neuen Serie liegen die Bände V bis IX (A-P) bereits vor. Sie enthalten jeweils rund 200 Einträge. Nach dem hier angezeigten Band X sind noch zwei weitere Bände geplant. Für alle historisch ausgerichteten Disziplinen, von der Geschichte über die Volkskunde und Theologie bis hin zur Literaturwissenschaft, ist dieses Nachschlagewerk unentbehrlich.

 

Gernot Nussbächer: Aus Urkunden und Chroniken. Beiträge zur siebenbürgischen Heimatkunde: Band 10: Kreis Hermannstadt. Erster Teil: A-Ha. Kronstadt und Heidelberg: Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde 2012. 256 S., € 12,80. ISBN 978-3-929-84892-2.

Der Band bietet eine Sammlung bereits publizierter historischer und heimatkundlicher Beiträge zu mehr als 30 Gemeinden um Hermannstadt. Der erste Teil umfasst die Orte Abtsdorf bis Haschagen, weitere Bände sollen folgen. In chronologischer Folge werden die wichtigsten historischen Ereignisse jeder Gemeinde beschrieben oder auch nur kurz zusammengefaßt. Dabei erstrecken sich die Betrachtungen zeitlich von der jeweiligen ersten urkundlichen Erwähnung der Orte bis zum 17. Jahrhundert, vereinzelt auch darüber hinaus bis ins 18. und 19. Jahrhundert.

2011 erschienen

Der Schwarze-Kirche-Prozess 1957/58. Erlebnisberichte und Dokumentation. Herausgegeben von Karl-Heinz Brenndörfer und Thomas Şindilariu. Kronstadt und Heidelberg: Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde 2011. 275 S., € 19,80 (für AKSL-Mitglieder € 13,86), ISBN 978-3-929-84891-5.

Die ungewöhnlich schweren Strafen, die 1958 am Ende des Schwarze-Kirche-Prozesses verhängt wurden, gehören der großen Repressionswelle an, die das stalinistische Regime in Rumänien als Reaktion auf den Ungarn-Aufstand 1956 auslöste. Angst, Furcht und Schrecken sollten die gesamte Gesellschaft durchdringen. Politische Prozesse waren in diesem Kontext die Hauptinstrumente der gesellschaftlichen Umformung. Der Schwarze-Kirche-Prozess ist im Kontext der deutschen Minderheit Rumäniens nicht nur in Anbetracht seiner Größe und zwanzig Verurteilten sondern auch hinsichtlich seiner Stoßrichtungen von herausragender Bedeutung. Mit dem Kronstädter Stadtpfarrer Konrad Möckel als Hauptfigur des Schauprozesses bezweckte er die Abkehr der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien von jeglichem gesellschaftlichem Engagement. Bestrebungen jugendlicher Selbstorganisation sowie Vertreter der zwischenkriegszeitlichen Eliten waren desgleichen Ziel des Verfahrens. Der Schwerpunkt des vorliegenden Buches liegt in der Dokumentation des Erlebten aus Sicht der Prozessopfer. Ihre Berichte, verfasst zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Anlässen, sind zugleich ergreifende Schilderungen wie Zeugnisse der vertieften Auseinandersetzung mit dem Erlebten.

Martin Bottesch und Ulrich A. Wien: Grosspold. Ein Dorf in Siebenbürgen. Dößel: Janos Stekovics Verlag 2011. 496 S., ca. 1000 Abb., € 59,00, ISBN 978-3-899-23280-6.

Wie kamen Menschen miteinander aus, die in derselben Ortschaft lebten, verschiedenen Sprachgemeinschaften und Konfessionen angehörten und über lange Zeit einen unterschiedlichen Rechtsstand hatten? Wie haben sie ihre Identität bewahrt?
In Großpold (rum: Apoldu de Sus, ung: Nagyapold) gab es bis um 1970 eine evangelisch-deutsche Bevölkerungsmehrheit, die mit orthodoxen Rumänen und Roma weitgehend friedlich zusammen lebte. Störungen von außen, die politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen vor allem im 20. Jahrhundert, haben alle Bewohner herausgefordert.
Das Buch zeichnet nicht nur das Geschehen im Dorf nach, sondern stellt dieses in den weiteren Zusammenhang der siebenbürgischen Geschichte. Großpold, in einer bereits zur Römerzeit besiedelten Gegend gelegen, tritt in die urkundlich bezeugte Geschichte Ende des 13. Jahrhunderts, etwa 100 Jahre nachdem das Gebiet siebenbürgisch-sächsisch besiedelt worden war. Mit der Einführung der an Wittenberg orientierten Reformation im 16. Jahrhundert verbanden sich bei den Siebenbürger Sachsen evangelische Konfession und deutsche Kultur zu einer Einheit.
Als die Bevölkerung durch Kriegswirren und Krankheitswellen zwischen 1600 und 1700 schrumpfte, entging Großpold nur knapp der Auflösung. Im 18. Jahrhundert erstarkte die Ortschaft vor allem durch Zuzug von außen: Die Zahl der Rumänen wuchs, Roma begannen sesshaft zu werden, und um die Jahrhundertmitte wurde die deutschsprachige Gemeinschaft durch die Ansiedlung der aus Österreich nach Siebenbürgen deportierten Landler dauerhaft gestärkt.
Die Autoren stellen allgemein verständlich und wissenschaftlich fundiert die Vielfalt der Geschichte und Lebenswirklichkeit aller Bevölkerungsgruppen des Ortes dar. Mit 1200 farbigen Abbildungen dokumentiert diese Ortsmonographie die bewegenden Ereignisse und Lebensvollzüge eines von vielen als mustergültig angesehenen Dorfes in Siebenbürgen.

 

Thomas Şindilariu: Freimaurer in Siebenbürgen 1749-1790. Kronstadt und Heidelberg: Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde 2011. XII, 236 S., € 14,90, ISBN 978-3-929-84891-5.

Die Freimaurer prägten und förderten den vielfachen kulturellen Austausch in Siebenbürgen und mit dem abendländischen Ausland und stießen auf unterschiedliche Weise fortschrittliche Entwicklungen im Land an. Şindilarius Arbeit präsentiert den aktuellen Forschungsstand zu diesem Thema, der in den historischen Zeitrahmen mit der Eingliederung Siebenbürgens in die Habsburgermonarchie eingebettet wird. Besonderes Augenmerk liegt auf den Freimaurerlogen in Hermannstadt, unter ihnen die 1777 gegründete Loge St. Andreas zu den drei SeeblätternHervorzuheben und von großer Bedeutung für die Forschung ist die tabellarische Erfassung aller Logenmitglieder mit Titeln, Herkunft, beruflicher Laufbahn u.a.m. Ebenso hilfreich sind die angegebenen Quellen, etwa die Akten des Hermannstädter Staatsarchivs, Protokolle, Diplome und Kassenübersichten. . Kurz wird auch auf andere Logen in Siebenbürgen und in der -Bukowina eingegangen.

 

Kronstadt und das Burzenland. Beiträge von Studium Transylvanicum zur Geschichte und Kultur Siebenbürgens. Herausgegeben von Bernhard Heigl und Thomas Şindilariu. Kronstadt und Heidelberg: Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde 2011. 296 S., € 14,90, ISBN 978-3-929-84891-5.

Studium Transylvanicum ist ein offener Kreis meist junger, an der Landeskunde Siebenbürgens und des Donau-Karpatenraumes interessierter Menschen, der sich seit 1986 regelmäßig zu Workshops und Akademiewochen, der Siebenbürgischen Ferienakademie, trifft. Der Band beinhaltet 16 Beiträge zur Geschichte und Kultur Kronstadts, des Buzenlandes und Siebenbürgens und dokumentiert (mit einer Ausnahme) die Vorträge aus den Siebenbürgischen Ferienakademien der Jahre 2008 bis 2010.

 

 

Der Bergtourismus in Siebenbürgen / Rumänien 1945-1990. Eine Dokumentation über den Bergtourismus in Siebenbürgen nach der rechtswidrigen Auflösung des Siebenbürgischen Karpatenvereins (SKV) im Juni 1945. Heidelberg: Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde. Herausgegben von Manfred Kravatzky. 2010. 256 S. € 18,80 (für AKSL-Mitglieder: € 13,16), ISBN 978-3-929-84886-1

 

 

 

Andreas Möckel: Umkämpfte Volkskirche. Leben und Wirken des evangelisch-sächsischen Pfarrers Konrad Möckel (1892-1965). Köln: Böhlau Verlag 2011 (Studia Transylvanica 42). XIV, 393 S., 30 s/w Abb. auf 16 Taf., € 49,90 (für AKSL-Mitglieder: € 34,93), ISBN 978-3-412-20662-8.

Konrad Möckel (1892-1965) lebte als Pfarrer der evangelischen Honterusgemeinde von Kronstadt in einem exponierten kirchlichen Amt. Sein Leben spiegelt die Auswirkungen der weltgeschichtlichen Ereignisse und die Wege und Irrwege der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien: der Schock des Ersten Weltkriegs, das Aufkommen der nationalsozialistischen Bewegung, die beschämende Gleichschaltung der Landeskirche, die Deportationen in die Sowjetunion 1945, die Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg und die Einschüchterung der deutschen Minderheit in Schauprozessen. Konrad Möckel widmete sich trotz alledem unbeirrt dem Aufbau der christlichen Glaubensgemeinde und geriet dabei erst mit den Nationalsozialisten und dann mit der kommunistischen Staatsmacht in Konflikt.

 

Paul Brusanowski: Rumänisch-orthodoxe Kirchenordnungen (1786-2008). Siebenbürgen, Bukowina, Rumänien. Herausgegeben von Karl W. Schwarz und Ulrich A. Wien. Köln: Böhlau Verlag 2011 (Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens 33). XII, 611 S., € 79,90 (für AKSL-Mitglieder: € 55,93), ISBN 978-3-412-20698-7.

Erstmals wird hier das komplexe rumänisch-orthodoxe Kirchenrecht in deutscher Übersetzung mit ausführlicher kirchengeschichtlicher Einleitung und umfangreicher Kommentierung ediert. Die Berücksichtigung des ursprünglich in deutscher Sprache erlassenen Kirchenrechts für die Bukowina stellt dabei eine Besonderheit dar. Der Band zeigt die unterschiedliche Rezeption kirchenrechtlicher Verhältnisse auch außerhalb der rumänisch-orthodoxen Tradition, wobei vor allem die im 19. Jahrhundert durch Andrei von Schaguna aufgenommenen westeuropäischen Einflüsse dargestellt werden.

 

Reformation, Pietismus, Spiritualität. Beiträge zur siebenbürgisch-sächsischen Kirchengeschichte. Herausgegeben von Ulrich A. Wien. Köln: Böhlau Verlag 2011 (Siebenbürgisches Archiv 41). VIII, 316 S., € 37,90 (für AKSL-Mitglieder: € 27,00), ISBN 978-3-412-20697-0.

Die Beiträge dieses Bandes erhellen Aspekte der Kirchengeschichte der Siebenbürger Sachsen von der Zeit des katholischen Spätmittelalters über die Reformation und den Pietismus bis hin zur Erweckungsfrömmigkeit an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Dabei werden Forschungsdesiderate an entscheidenden Wegmarken der sächsischen Kirchengeschichte aufgegriffen. Die Beiträge wurden ursprünglich anlässlich des 70. und 80. Geburtstags von Bischof Friedrich Müller-Langenthal (1884-1969) verfasst, konnten seinerzeit aber bedingt durch die Umstände nicht publiziert werden. Sie sind vom wissenschaftlichen Stand jedoch in keiner Weise überholt und werden nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Mühlbach und der Unterwald. Schriftennachlass Theobald Streitfeld. Hrsg. von Christian Rother und Volker Wollmann Hermannstadt, Hora-Verlag; Gundelsheim, AKSL, 2011, 632 S., 190 Ill. 29,90 Euro (für AKSL-Mitglieder: 20,93 EUR), ISBN 978-3-929848-85-4.

Theobald Streitfeld (1902-1985) gehörte zu jenen seltenen Historikern, die einen ausgesprochenen Sinn für das Geschichtliche mit gründlicher philologischen Ausbildung vereinten. Als Forscher hat sich Streitfeld regional vor allem der Geschichte von Mühlbach und des Unterwaldes, fachlich vornehmlich der Kunstgeschichte gewidmet. Die Beiträge dieses aus dem Nachlass herausgegebenen Bandes handeln im Allgemeinen von Mühlbach und dem an geschichtsträchtiger Überlieferung reichen Unterwald. Zu nennen sind in erster Linie die Beiträge über die Mühlbacher Sakralbauten: das Dominikanerkloster, die Jakobskapelle, die evangelische Stadtpfarrkirche. In seinen letzten Lebensjahren kreisten Streitfelds Gedanken um die Erstellung einer in Gemeinschaftsarbeit zu schreibenden Monographie von Mühlbach. Die von ihm für dieses Vorhaben bereitgestellten Bausteine, werden in diesem Band zum ersten Mal veröffentlicht.

 

 

2010 erschienen

Arne Franke: Städte im südlichen Siebenbürgen. Zehn kunsthistorische Rundgänge. Potsdam: Deutsches Kulturforum östliche Europa 2010. 360 S., zahlr. Abb., € 19,80, ISBN 978-3-936-16842-6.

Den von den Siebenbürger Sachsen gegründeten Städten wuchs im Laufe der Jahrhunderte europäische Bedeutung zu. Hermannstadt (rum. Sibiu) weist einen reichen Bestand an Baudenkmälern auf. Kronstadt (rum. Braşov) bietet mit seiner berühmten Schwarzen Kirche eines der bedeutendsten Gotteshäuser Südosteuropas. Das mittelalterliche Stadtbild von Schäßburg (rum. Sighişoara) wurde in den Rang des Weltkulturerbes erhoben, in Mediasch (rum. Mediaş) hat sich die einzige Stadtkirchenburg des Landes erhalten. Berühmt sind auch die Pfarrkirche in Mühlbach (rum. Şebeş) und die römisch-katholische Kathedrale von Karlsburg (rum. Alba Iulia), der alten "Hauptstadt" Siebenbürgens.

 

 

Nussbächer, Gernot: Beiträge zur Honterusforschung; Dritter Band: 1991-2010; Gundelsheim/Kronstadt; 2010; ISBN: 978-3-929848-84-7, Paperback, 231 S., 12,80 EUR (für AKSL-Mitglieder: 8,90 €)

Der dritte Band der „Honterus-Forschungen“ von Gernot Nussbächer eröffnet mit einer Synthese der Geschichte der Honterusschule. Danach folgen zehn Beiträge zur Schulgeschichte bis zum Jahr 1620. Es schließen sich Aufsätze über weitere Aspekte der Schulgeschichte sowie Beiträge zur Honterusforschung im engeren Sinn an. Den Schluß des Bandes bildet der zusammenfassende Text „Wer war Honterus?“.

 

Die Hohenzollern in Rumänien 1866-1947. Eine monarchische Herrschaftsordnung im europäischen Kontext. Hgg. von Edda Binder-Iijima, Heinz-Dietrich Löwe und Gerald Volkmer. Böhlau (Studia Transylvanica 41), 200 S., € 29,90 (für AKSL-Mitglieder: € 20,93), ISBN 978-3-412-20540-9.

Die vom Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen etablierte rumänische Monarchie hat zwischen 1866 und 1947 die rumänische Geschichte entscheidend geprägt. Sie war Ausdruck und Symbol für die von der rumänischen Elite gewünschte Ablösung östlich orientalischer Kultur-und Politikbindung durch eine Europäisierung westlichen Zuschnitts. Trotz ihrer Bedeutung ist sie durch ideologische und historiographische Vorgaben lange in Vergessenheit geraten. Ein zentrales Ziel dieses Bandes ist es daher, die rumänische Monarchie wieder ins Blickfeld der Forschung zu rücken und ihre Rolle als nationale und europäische Institution neu zu gewichten. Auch für die Erforschung der deutsch-rumänischen Beziehungen im Zeitalter der Moderne leistet der Band einen wichtigen Beitrag. Er veröffentlicht die Ergebnisse eines internationalen Symposiums an der Universität Heidelberg von 2006.

Die Herausgeber sind beide Historiker: Dr. Gerald Volkmer arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Universität München, Dr. Edda Binder-Iijima ist Lehrbeauftragte am Seminar für Osteuropäische Geschichte und am Romanischen Seminar der Universität Heidelberg.

Christian Weiss: Roseln mitten in Siebenbürgen. Ein Heimatbuch von den Anfängen bis 1990. Heidelberg 2010: HOG Roseln und AKSL. 544 S., 64 Tafeln mit Farbfotos, dazu zahlr.  Abb. im Text. € 36,39 (für AKSL-Mitglieder: € 25,47). ISBN 978-3-929848-82-3.

Auf umfassende Archivstudien und die neuesten Erkenntnisse der Archäologie und Geschichtswissenschaft stützt sich das Rosler Heimatbuch von Dr. Christian Weiss. In mehr als zehnjähriger Recherchearbeit hat der Verfasser, in den 1970er Jahren Pfarrer der Gemeinde Roseln, heute Vorsitzender der Sektion Genealogie des AKSL, viel wissenschaftliches Material, aber auch Erinnerungsliteratur, Fotos, Karten, Rechnungen, die Namen der sächsischen Bewohner im 19. Jahrhundert, die Riednamen, eine Bewohnerliste von 1488, die Soldaten des zweiten Weltkriegs, die Russlanddeportierten, die Pfarrer, Prediger, Lehrer und Kantoren, die Bürgermeister und Notäre akribisch eruiert und zu einem fast 550 Seiten starken Buch zusammengetragen. Ein Personen-, Orts- und Sachregister erleichtert die Erschließung der Informationen.



Gernot Nussbächer: Aus Urkunden und Chroniken. Beiträge zur siebenbürgischen Heimatkunde. Neunter Band: Schässburg. Kronstadt 2010: aldus-Verlag. 285 S., Abb., € 7,50 (auch für AKSL-Mitglieder), ISBN 978-3-929848-81-6.

Seit dem Jahr 1994 gibt der Kronstädter aldus-Verlag die Serie „Aus Urkunden und Chroniken“ von Gernot Nussbächer heraus. Der Kronstädter Archivar fasst darin urkundliche Informationen zu jeweils einer oder mehreren siebenbürgischen Ortschaften zusammen, die er im Laufe eines Lebens gesammelt hat. Die ersten drei Bände erschienen 1981, 1985 und 1990 noch bei Kriterion in Bukarest, ab Band 4 erscheinen die Sammlungen bei aldus, alle – außer Band 8 – in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde.  Einer einzelnen Ortschaft oder einem bestimmten Gebiet gewidmet  sind die Bände 6 (Zeiden), 7 (Burzenland), 8 (Keisd) und der jetzt erschienene Band 9, der ältere Aufsätze des Verfassers zu Schäßburg enthält. Die ursprünglichen Veröffentlichungen (Texte, Anmerkungen und Bilder) sind zu 50 Artikeln zusammengefasst worden. Hinzu kommt eine Zeittafel zur Schäßburger Ortsgeschichte und umfassende bio- und bibliographische Angaben zum Autor, ebenso ein Ortsnamenverzeichnis mit Angabe der Bände, in denen diesen Ortschaften eigene Beiträge gewidmet sind.

Albert Klein: Ein Leben im Glauben für Kirche und Gemeinschaft. Selbstzeugnisse. Aus dem Nachlass herausgegeben zu seinem 100. Geburtstag. Heidelberg und Hermannstadt 2010: AKSL und hora Verlag (Transsylvanica), 755 S., 50 Abb., € 29,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 20,93), ISBN 978-929848-80-9.

Albert Klein, Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien von 1969 bis 1990, hat keine Memoiren, aber in seiner Jugendzeit viele Briefe geschrieben und Tagebücher geführt. Diese Texte werden im ersten Teil des vorliegenden Buches publiziert. Im zweiten Teil werden eigene Berichte über seine Tätigkeit in den Kirchengemeinden Dobring, Petersdorf, Mühlbach, Kronstadt und im Bischofsamt sowie Referate veröffentlicht, die er zu verschiedenen Anlässen verfasst hat. Man erfährt, wie es zu der oft verwendeten und auch missverstandenen Aussage "die Kirche wandert nicht aus" kam, und wird hineingenommen in den Zwiespalt zwischen der Pflicht zur Erhaltung der Kirche und dem Verständnis für diejenigen, die die Möglichkeit zur Auswanderung in die Bundesrepublik Deutschland ergriffen.
Das Buch erscheint zum 100. Geburtstag von Albert Klein. Es ist erst das zweite Buch, das unter dem Namen Albert Klein erscheint. Auch das erste, die Predigtsammlung "Teilhabe an Gottes Werk und Leben", erschien posthum, herausgegeben von seiner Gattin. Die Aufgabe der Herausgeber haben bei diesem zweiten Werk die Kinder und Enkelkinder des ehemaligen Bischofs übernommen.

George Michael Gottlieb von Herrmann: Das alte Kronstadt. Eine siebenbürgische Stadt- und Landesgeschichte bis 1800. Herausgegeben von Bernhard Heigl und Thomas Șindilariu. Edition des ersten, bisher nicht publizierten Werkes "Das Alte und Neue Kronstadt", die gedruckten Bände 2 und 3 sind auf CD beigegeben. Köln: Böhlau Verlag 2010 (Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens 32), XXX, 417 S., Abb., € 44.90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: ca. € 31,43), ISBN 978-3-412-20439-6.

George Michael Gottlieb von Herrmann (1737-1807), Archivar und später hoher städtischer Beamter in Kronstadt, verfasste nach seiner Entlassung aus dem Amt 1799 eine umfängliche Geschichte Kronstadts und Siebenbürgens, die 1802 abgeschlossen vorlag. Auch heute gilt dieses dreibändige Werk dank seiner gleichermaßen akribisch wie kritisch aus zahlreichen Quellen schöpfenden Darstellung als unübertroffen. 1883 und 1887 wurden unter dem Titel „Das alte und neue Kronstadt“ der zweite und dritte Band vom Ausschuss des Vereins für siebenbürgische Landeskunde publiziert, ediert vom Hermannstädter Wirtschaftswissenschaftler Oscar von Meltzl, der am ersten, der Vergangenheit gewidmeten ersten Band offenbar wenig Interesse fand. Dieser Band, der nun vom Nachfolgeverein, dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, in seiner „Schriften“-Reihe im Böhlau-Verlag herausgegeben wurde, beginnt mit der Besiedlung des Burzenlandes und der Gründung von Kronstadt durch den Deutschen Orden und schließt mit der Eingliederung der Stadt in das Habsburgerreich (1688). Ediert wurde er von dem derzeitigen Leiter des Archivs der Honterusgemeinde in Kronstadt, Thomas Şindilariu, und dem Grazer Nachwuchshistoriker Bernhard Heigl. Die Bände zwei und drei wurden als digitale Kopien (mit der Möglichkeit zur Volltextsuche) auf einer CD dem Werk beigegeben. In seinem Vorwort stellt Thomas Şindilariu nicht nur Herrmann und sein Werk vor, sondern liefert auch wertvolle Informationen über die wechselvolle Geschichte und die derzeitigen Aufbewahrungsorte der durch Enteignung und Verstaatlichung auseinandergerissenen Archivquellen, die Herrmann bzw. seine Herausgeber benutzt haben.

Paulus Kyr: Die Gesundheit ist ein köstlich Ding – Sanitatis studium [...]. Ein ins Deutsche, Rumänische und Ungarische übersetzter und mit zeitgenössischen Bildern versehener, kommentierter Nachdruck des Gesundheitslehrbuches von 1551, herausgegeben von Robert Offner. Hergestellt mit Unterstützung des AKSL. 383 Seiten, 66 Schwarz-Weiß-Illustrationen. Hermannstadt: Schiller Verlag 2010, € 19,00, ISBN 978-3-941271-33-3.

Der Kronstädter Stadtarzt Paulus Kyr veröffentlichte 1551 ein in gehobenem Latein verfasstes Gesundheitslehrbuch für den Gebrauch der Kronstädter Schülerschaft. Dieses Werk basiert wissenschaftlich auf der Viersäftelehre jener Zeit, weltanschaulich auf den Vorstellungen der Renaissance von einem maßvollen Leben und pädagogisch auf den Prinzipien der lutherischen Reformation, denen zufolge die Erhaltung der Gesundheit eine religiös-moralische Verpflichtung ist.

Kyrs mit Ratschlägen, Rezepten und einer kommentierte Auflistung von 208 Lebensmitteln gespicktes Lehrwerk gilt als das erste gedruckte medizinische Buch Siebenbürgens und ist eine bibliophile Rarität (nur drei schwer zugängliche Exemplare sind überliefert). Nun liegt es in einem Faksimiledruck vor, angefertigt nach der im Archiv der Honterusgemeinde Kronstadt aufbewahrten Ausgabe. Der Herausgeber, der Arzt und Medizinhistoriker Robert Offner, hat das auch heute hoch interessante Werk in die Sprachen Siebenbürgens – Rumänisch, Ungarisch und Deutsch – übersetzen lassen, so dass die vom Schiller Verlag in einer hochwertigen Aufmachung herausgegebene Schrift einem breiten Publikum zugänglich wird. Das Vorwort des Herausgebers zur Persönlichkeit Kyrs sowie zwei Studien zu Kyrs Werk – eine aus medizinhistorischer Sicht (von Dr. László András Magyar), die andere aus der Sicht heutiger Ernährungswissenschaft (Dr. Szabolcs Péter) –, Quellenverzeichnisse und ein Register der lateinischen Fachbegriffe zeichnen das Buch als wissenschaftliche Publikation aus; die flüssigen Übersetzungen und zahlreiche zeitgenössische Illustrationen ebnen auc

Annemarie Weber: Rumäniendeutsche? Diskurse zur Gruppenidentität einer Minderheit (1944-1971). Köln: Böhlau Verlag 2010 (Studia Transylvanica 40), X, 342 S., mit 5 farb. Abb. auf 2 Taf., € 44.90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 31,43), ISBN 978-3-412-20538-6

Die Deutschen Rumäniens werden aus der Perspektive der Bundesrepublik Deutschland gern als „deutschstämmige“ bzw. deutschsprachige rumänische Staatsbürger oder gar als „Deutsch-Rumänen“ bezeichnet, während sie in Rumänien unangefochten als germani gelten und in einem staatlich anerkannten „Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien“ (DFDR) politisch organisiert sind. In Rumänien ist „deutsch“ ein ethnisches und Kulturmerkmal geblieben, das die Staatenbildung der Nachkriegszeit und die damit verbundene politische Fixierung des Merkmals „deutsch“ auf eine bestimmte Staatsangehörigkeit hartnäckig ignoriert hat. Alfred Margul-Sperber bezeichnete in den 1950er Jahren seinen Dichterfreund Alfred Kittner im Zusammenhang mit dessen Deportation nach Transnistrien mit Nachdruck als „deutscher Dichter aus der Bukowina“, auch wenn er – wie Sperber selbst – Jude und rumänischer Staatsbürger, also nach heutigem Verständnis eher ein deutschsprachiger Dichter war.

Die Autorin widmet sich in ihrem Buch den besonderen „deutschen“ Identitätskonstruktionen in Rumänien zwischen 1944 und 1971. Als Quelle nutzt sie die deutschen Zeitungen und Zeitschriften, die in dieser Zeit in Rumänien erschienen sind; sie hat insbesondere die Bukarester Tageszeitung Neuer Weg systematisch von 1949 bis 1971 analysiert. Das materialreiche Buch ist das Ergebnis einer mehrjährigen Forschungsarbeit, die Annemarie Weber 2009 mit der Promotion abgeschlossen hat. Es erschließt sich dank seiner präzisen Sprache, einer übersichtlichen Gliederung und vor allem eines Namen- sowie Ortsnamenregisters auch interessierten Nichtwissenschaftlern.

Elke Weber: Die Mundart von Sächsisch Regen in Nordsiebenbürgen. 281 S. Heidelberg: AKSL-Verlag 2010 (Transsylvanica). € 19,80 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder € 13,86), ISBN 978-3-929848-78-6.

Die Sprachwissenschaftlerin Elke Weber gehört zur Enkelgeneration der 1944 aus Nordsiebenbürgen geflüchteten Siebenbürger Sachsen. Sie spricht nicht mehr sächsisch, hat es aber in der Familie noch gehört. Sie studierte zunächst Japanologie in Erlangen, dann Germanistik in Bonn. Hier hat sie Prof. Dr. Thomas Klein ermutigt, ihre Heimatmundart wissenschaftlich zu erforschen. Vorliegendes Buch ist ihre erweiterte Dissertationsschrift. Die Verfasserin hat mit fünf Probanden, ehemaligen Bewohnern von Sächsisch Regen bzw. deren Abkömmlingen gearbeitet, die verschiedene Schichten der Herkunftsmundart bewahrt haben. Sie analysiert anhand von Fragebögen, Mustersätzen und Gesprächsprotokollen die Lautung, Grammatik und den spezifischen, mit vielen ungarischen und auch mit rumänischen Lehnwörtern angereicherten Wortschatz des Regener Sächsisch.

Elke Weber arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Referenzkorpus Frühmittelhochdeutsch" unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Klein.

2009 erschienen

Sașii și concetățenii lor ardeleni. Die Sachsen und ihre Nachbarn in Siebenbürgen. Studia in honorem Dr. Thomas Nägler. Herausgegeben von Ioan Marian Țiplic ("Lucian Blaga"-Universität) und Konrad Gündisch (AKSL). 455 S., zahlr. Abb. Alba Iulia 2009: Editura Altip. € 19,80 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder € 13,86)

Zum 70. Geburtstag des Mediävisten Dr. Thomas Nägler ist dieser umfassende Studienband erschienen. Herausgegeben wurde er unter dem Dach der „Lucian Blaga“-Universität Hermannstadt (an der Nägler gelehrt hat und wo er heute noch wissenschaftliche Arbeiten betreut) und des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde, dessen langjähriges Mitglied der Jubilar ist. Rund fünfzig Wissenschaftler – ehemalige Kollegen, Studenten, Doktoranden und befreundete Historiker – haben mit Forschungsarbeiten zur Archäologie, der sächsischen Herkunftsforschung, zur Geschichte und Volkskunde der Siebenbürger Sachsen und ihrer Nachbarn beigetragen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Mittelalter und der frühen Neuzeit, aber der Band enthält auch interessante zeitgeschichtliche Studien zur nationalkommunistischen Zeit, zum offiziellen Diskurs wie auch zum geheimdienstlichen Paralleldiskurs.

Bernhard Böttcher: Gefallen für Volk und Heimat. Kriegerdenkmäler deutscher Minderheiten in Ostmitteleuropa während der Zwischenkriegszeit. € 52,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 37,03)

Kriegerdenkmäler und das damit verbundene Totengedenken sind ein Politikum. In den neu entstandenen Staaten Ostmitteleuropas waren sie nach dem Ersten Weltkrieg Ausdruck und Mittel des Selbstfindungsprozesses und der Selbstbehauptung der Völker. Die vorliegende Untersuchung zeichnet anhand der Kriegerdenkmäler deutscher Minderheiten in Estland, Lettland, Rumänien und in der ehemaligen Tschechoslowakei deren jeweilige Neuorientierung und die Triebkräfte bzw. Hinderungsgründe ihrer Integration in den neuen Staat nach.
Der Verfasser ist Studienrat am Gymnasium Theodorianum in Paderborn.
Böhlau Verlag Köln u. a., 2009. VIII, 440 S., 106 s/w-Abb. im Text (Studia Transylvanica Bd. 39).

Paul Milata: Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu. Rumäniendeutsche in der Waffen-SS. € 37,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 26,53)

Die jüngere Vergangenheit der Deutschen im östlichen und südöstlichen Teil Europas ist in den letzten Jahren wiederholt Gegenstand von Auseinandersetzungen gewesen. Osteuropäische Staaten haben aus unterschiedlichen Anlässen auf die NS-Sympathien der „Volksdeutschen“ zwischen 1933 und 1945 hingewiesen, während von bundesdeutscher Seite die Geschichte der Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg in die Debatte gebracht wurde. Was aber ist wirklich über das Verhalten der Deutschen in diesen Regionen Europas bekannt? Für das Gebiet von Rumänien bietet nun der vorliegende Band Antworten auf diese Frage. So zeigt sich, dass sowohl die erste als auch die größte SS-Auslandsrekrutierung bei den deutschen Gruppen in Rumänien stattfand. Der freiwillige Eintritt der Rumäniendeutschen in die Waffen-SS kann dabei nicht nur als eine Unterstützung NS-Deutschlands – trotz oder wegen Hitlers – gewertet werden, sondern auch als Reaktion auf den Nationalismus des Heimatstaates und als ein deutliches Zeichen gegen das sowjetische System stalinistischer Prägung.
Für dieses Buch ist Paul Milata mit dem Ernst-Habermann-Preis 2008 ausgezeichnet worden.
Böhlau Verlag Köln u. a. 2., durchgesehene Auflage 2009. XII, 349 S., 6 s/w-Abb. auf 4 Tafeln (Studia Transylvanica Bd. 34).

Dirk Moldt: Deutsche Stadtrechte im mittalalterlichen Siebenbürgen. Kooperationsrechte - Sachsenspiegelrecht - Bergrecht. € 34,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 24,43)

Die von den deutschen Ansiedlern nach Siebenbürgen mitgebrachten Rechte und ihre Entwicklung bis ins 16. Jahrhundert hinein werden in diesem Buch untersucht. Der Autor stellt fest, dass die bedeutendsten Rechtskreise ihren Ursprung alle im Magdeburger Recht hatten. Im Gegensatz zu der verbreiteten Ansicht, dass die weitgehenden Rechte der deutschen Siedler als königliche Gnadenakte für besondere Leistungen anzusehen seien, erkennt der Autor bestimmte, immer wieder auftretende Rechte und Pflichten der Siedler vielmehr als die vom König anerkannte Grundbedingung für das Funktionieren ihrer Siedlungen. Weiterhin untersucht werden die Bergrechte, die überregional wirkenden Zünfte und Zunftrechtslandschaften, die rezeption des Römischen Rechts in Siebenbürgen sowie einzelne Wechselwirkungen mit ungarischen und walachischen Rechten.
259 S. Böhlau, Köln u. a. 2009 (Studia Transylvanica Bd. 37)


 

Tamás Szöcs: Kirchenlied zwischen Pest und Stadtbrand. Das Kronstädter Kantional I.F. 78 aus dem 17. Jahrhundert
€ 49,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 34,93)

Große Pestepidemien, politische Unruhen, feindliche Bedrohungen und die Angst vor dem 'Ende der Zeit' prägten während des 17. Jahrhunderts auch im siebenbürgischen Kronstadt den Alltag der Menschen. All dies spiegelt sich in einem bislang unerforschten, handschriftlichen Kantional wider. Mehrere Kronstädter Kantoren und Geistliche sammelten, dichteten und komponierten Texte, Melodien und mehrstimmige Sätze für die Chorpraxis und hielten sie zusammen mit Texten für den gottesdienstlichen Gebrauch fest. Tamás Szöcs geht in seiner hymnologischen Forschungsarbeit den historischen Rahmenereignissen nach, rekonstruiert detailliert die Entstehung dieser einmaligen Musikquelle und ediert den gesamten Inhalt der Handschrift. Das »Kronstädter Kantional I.F. 78« wird hier sowohl in transkribierter Form als auch in einer digitalen Reproduktion präsentiert. Die beigefügte CD-Rom enthält die komplette Text- und Notenedition sowie ein Faksimile der gesamten Handschrift.
435 S. und CD-Rom Böhlau, Köln u. a. 2009 (Studia Transylvanica Bd. 38)


Die Szekler in Siebenbürgen. Von der privilegierten Sondergemeinschaft zur ethnischen Gruppe. Hg. Harald Roth.
€ 27,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 19,53)

Die Szekler waren eine der drei mittelalterlichen nationes Siebenbürgens. Während des Landesausbaues im frühen Mittelalter hatten die Könige Ungarns die Szekler, die als Gruppe ungeklärter Herkunft die Landnahme in Pannonien wohl zusammen mit den Magyaren vollzogen, als Grenzwächter in wechselnden Gefahrenzonen eingesetzt, zuletzt im 12./13. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurden sie zusammen mit dem Adel und den Sachsen zu einem der staatstragenden Stände des Fürstentums zwischen den Machtblöcken der Osmanen und der Habsburger. Nach der politischen Wende sind eine Vielzahl von Publikationen über die Szekler in ungarischer Sprache erschienen. Der vorliegende Band bringt nun erstmals in einer westlichen Sprache Zusammenfassungen über die neuesten Forschungen zu ihrer Geschichte und bietet somit einen profunden Einblick in Vergangenheit und Gegenwart dieser kaum bekannten Gruppe.
280 S. Böhlau, Köln u. a. 2009 (Siebenbürgisches Archiv Bd. 40)



Weitere Neuerscheinungen

Rainer Lehni: Zeiden - eine kurze Chronik. Codlea - o cronică scurtă. 136 S., zahlr. Farb- und s/w-Abb. Zweispr. Ausg. Zeidner Nachbarschaft und AKSL, Heidelberg 2009 (Zeidner Denkwürdigkeiten 15). € 9 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 6,30).

Zeidner Persönlichkeiten. Erster Band: Von Petrus Mederus bis Georg Gotthelf Zell. Herausgegeben von Georg Aescht, Udo Buhn, Helmut Mieskes. 70 S., s/w-Abb. Zeidner Nachbarschaft und AKSL, Heidelberg 2009 (Zeidner Denkwürdigkeiten 16/I). € 7 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 4,90)

Wir über uns. Zum 50. Jubiläum der Matura 1959-2009. Schul- und Lebenswege der Absolventen 1959 des Honterusgymnasiums in Kronstadt/Siebenbürgen. Herausgegeben von Peter Kaufmes und Manfred Kravatzky. 279 S., zahlr. s/w-Abb. AKSL (in Kommission), Heidelberg 2008. € 24,50 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 17,15)

200 Jahre Quellen zur Geschichte von Brenndorf. Band I-VIII. Die Consistorial- und Presbyterialprotokolle der evangelischen Gemeinde Brenndorf 1807-2006. Bearb. von Hermann Schmidts [u. a.]. 1970 S. auf 1 CD-ROM. HOG Brenndorf und AKSL, Ansbach und Heidelberg 2009. € 14,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder: € 10,43)

András F. Balogh: Studien zur deutschen Literatur Südosteuropas. 218 S. Klausenburg und Heidelberg 2009: Klausenburger Universitätsverlag und AKSL (Klausenburger Beiträge zur Germanistik 3). € 14,90 (Sonderpreis für AKSL-Mitglieder € 10,43)


In Kürze:

Denkmaltopographie Siebenbürgen. 5.7.1. Stadt Mediasch. Altstadt. Bearbeitet von Alexandru Avram. Hg. von Christoph Machat. 224 S., ca. 470 Illustrationen. AKSL. CD-ROM. € 16 (für AKSL-Mitglieder € 11,20).


2008 erschienen

Corneliu Pintilescu: Procesul Biserica Neagră 1958 [Der Schwarze-Kirche-Prozess 1958]. 235 S., Abb. (Veröffentlichungen von Studium Transylvanicum). Im Buchhandel €12,90, für AKSL-Mitglieder € 9,03.

Paul Niedermaier: Städte, Dörfer, Baudenkmäler. Studien zur Siedlungs- und Baugeschichte Siebenbürgens. Festgabe zum 70. Geburtstag. 470 Seiten, 159 Abb. (Studia Transylvanica Bd. 36). Im Buchhandel € 44,90, für AKSL-Mitglieder € 31,43.

Paul Philippi: Land des Segens? Fragen an die Geschichte Siebenbürgens und seiner Sachsen. 394 Seiten, 3 Abb. (Siebenbürgisches Archiv Bd. 39). Im Buchhandel € 37,90, für AKSL-Mitglieder € 26,53.

Paul Milata: Brain Drain in Eastern Europe 1980-2000. 92 S. (Veröffentlichungen von Studium Transylvanicum). € 7,50.

Gernot Nussbächer. Aus Urkunden und Chroniken. Siebenter Band: Burzenland.
281. S. Kronstadt und Heidelberg, Aldus Verlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde. Im Buchhandel € 11,80, für AKSL-Mitglieder € 8,26.

In diesem Band wurden 45 Beiträge zur Burzenländer Heimatkunde, die in den Jahren 1965-2007 (hauptsächlich) in rumäniendeutschen Zeitungen erschienen sind, zusammengefasst. Es wurden nur jene Aufsätze, die die Zeit bis zum 17. Jahrhundert betreffen, aufgenommen. Die Texte wurden leicht überarbeitet und mit über tausend Anmerkungen versehen, die auf die benützten Quellen hinweisen.

Deutsches Theater im Donau-Karpatenraum. Dramatisches Schaffen, Aufführungen, Theaterzeitschriften und Kritiken. Herausgegeben von András F. Balogh; Mitherausgeber Szabolcs János-Szatmári. Klausenburg und Heidelberg, Klausenburger Universitätsverlag und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (= Klausenburger Beiträge zur Germanistik 4). 219. S. Im Buchhandel € 14,90, für AKSL-Mitglieder € 10,43.

Der Band vereinigt die Ergebnisse eines Forschungsprojektes, das an der Christlichen Universität Partium in Großwardein/Oradea begonnen und am Stiftungslehrstuhl der Bundesrepublik Deutschland an der Babeş-Bolyai-Universität Klausenburg/Cluj-Napoca abgeschlossen wurde. Der Herausgeber ist derzeit Inhaber des Stiftungslehrstuhls. Die Beiträge des Heftes reflektieren den Zeitraum vom 18. bis zum 20. Jahrhundert und widmen sich dem deutschen Theater – Aufführungen, der Reflexion in der Presse, dem dramatischen Schaffen, den Schauspielern, Truppen und Dramatikern in Budapest, Pressburg, Brünn, Schässburg, Hermannstadt und anderen Orten bzw. Autoren der ehemaligen Habsburgermonarchie. U. a. behandelt ein Beitrag Otto Fritz Jickelis Harteneck-Drama, ein anderer Aufsatz beschäftigt sich mit Oskar Pastiors Hörspielen.

2007 erschienen

Ligia Fulga: Das Siebenbürgische Glas im 17. und 18. Jahrhundert. Technische Lösungen, künstlerische Tendenzen. 254 Seiten, 250 Abb. (Kulturdenkmäler 6). Im Buchhandel € 19,80 für AKSL-Mitglieder € 13,86.

Der Nachlass Samuel von Brukenthals. Einblicke in Haushalt und Lebenswelt eines siebenbürgischen Gouverneurs der Barockzeit. Hg. von Monica Vlaicu und Konrad Gündisch. 208 Seiten, Farbill. (Quellen zur Geschichte der Stadt Hermannstadt 4). Im Buchhandel € 25,30 für AKSL-Mitglieder € 17,71.

Ioan Marian Ţiplic: Die Grenzverteidigung Siebenbürgens im Mittelalter (10.-14. Jahrhundert). 381 Seiten, mehrere Abb. (Transsylvanica). Im Buchhandel € 17,50, für AKSL-Mitglieder € 12,25.

Siebenbürgisch-Sächsisches Wörterbuch. Bd. 9: Buchstabe Q-R. Bearb. Sigrid Haldenwang u. a. 74 + 407 S., 1 Karte. Im Buchhandel € 69,90, für AKSL-Mitglieder € 48,93. (Böhlau)

Hermannstadt und Siebenbürgen. Die Protokolle des Hermannstädter Rates und der Sächsischen Nationsuniversität 1391-1705. Hg. von Käthe Hienz, Bernhard Heigl und Thomas Şindilariu mit einer Einführung von Thomas Şindilariu. 223 Seiten, Abb., DVD-Beilage (Veröffentlichungen von Studium Transylvanicum). Im Buchhandel € 14,90, für AKSL-Mitglieder € 10,43.

Naturforscher in Hermannstadt. Vorläufer, Gründer und Förderer des Vereins für Naturwissenschaften. Hg. von Erika Schneider, Hansgeorg v. Killyen und Eckbert Schneider. 108 Seiten, Farbill. Im Buchhandel € 14,90, für AKSL-Mitglieder € 10,43. (AKSL)

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